StartPolitikBauernverband fordert Sofortprogramm für Bayerns Landwirtschaft

Bauernverband fordert Sofortprogramm für Bayerns Landwirtschaft

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Hitze, Trockenheit und hohe Kosten setzen Betriebe unter Druck – 500 Millionen Euro Entlastung gefordert

Bayern. Hitze, Trockenheit, Ernteausfälle und gleichzeitig hohe Betriebskosten: Die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Bayern ist nach Einschätzung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) angespannt. Der Verband fordert deshalb ein Sofortprogramm, um Höfe finanziell zu entlasten und die regionale Lebensmittelerzeugung zu sichern.

„Unsere Betriebe brauchen jetzt schnell Liquidität und Planungssicherheit. Wir dürfen nicht warten, bis aus wirtschaftlichen Problemen Betriebsaufgaben werden“, warnt BBV-Präsident Günther Felßner.

Der Bauernverband schlägt ein Maßnahmenpaket vor, das kurzfristige finanzielle Hilfen mit längerfristigen Verbesserungen für die Landwirtschaft verbinden soll.

500 Millionen Euro zur Entlastung der Betriebe

Den größten Posten bildet eine vom BBV geforderte Entlastung von insgesamt 500 Millionen Euro. Davon sollen 60 Millionen Euro aus einem EU-Hilfspaket, 120 Millionen Euro aus einer nationalen Aufstockung und weitere 320 Millionen Euro aus Bundesmitteln kommen.

Das Geld soll nach den Vorstellungen des Verbands als Zuschuss zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung eingesetzt werden. Dadurch könnten die Beiträge für die Betriebe unmittelbar gesenkt werden. Ziel sei eine Entlastung, von der möglichst alle landwirtschaftlichen Betriebe profitieren.

Volle Agrardiesel-Entlastung gefordert

Ein weiterer Punkt betrifft den Agrardiesel. Der BBV fordert für den Kraftstoffverbrauch des Jahres 2025 den vollen Entlastungssatz von 21,48 Cent je Liter. Dieser soll bei der Antragstellung im Jahr 2026 berücksichtigt werden. Darüber hinaus verlangt der Verband weitere kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffkosten.

Auch bei den EU-Agrarzahlungen soll nach Ansicht des Bauernverbands mehr Tempo gemacht werden. Die Direktzahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollen in möglichst großem Umfang bereits bis Mitte Oktober 2026 vorausgezahlt werden. Die noch ausstehenden flächenbezogenen Zahlungen sollen dann spätestens im Dezember bei den Betrieben ankommen.

Steuerliche Rücklage soll schon für 2024 und 2025 gelten

Zusätzliche finanzielle Spielräume verspricht sich der BBV von einer sogenannten Risikoausgleichsrücklage. Diese soll steuerfrei gebildet werden können und nach Forderung des Verbands rückwirkend auch für die Jahre 2024 und 2025 gelten. Damit könnte die Regelung bereits im Krisenjahr 2026 die steuerliche Belastung betroffener Betriebe reduzieren.

Ergänzend fordert der Bauernverband möglichst zinsfreie Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank sowie weitere steuerliche Liquiditätshilfen.

Landwirtschaft soll krisenfester werden

Mit kurzfristigen Finanzhilfen allein ist es aus Sicht des BBV allerdings nicht getan. „Die aktuelle Krise zeigt: Wir brauchen nicht nur Soforthilfe, sondern dauerhaft bessere Möglichkeiten, Wetter-, Markt- und Kostenrisiken abzufedern“, sagt BBV-Generalsekretär Carl von Butler.

Dazu zählt der Verband unter anderem einen Ausbau der Mehrgefahrenversicherung. Auch Wasser- und Bewässerungsstrukturen müssten verbessert, Grünland und Feldfutterbau gestärkt und die angewandte Forschung ausgebaut werden.

Mehr regionale Lebensmittel in Kantinen und Schulen

Eine größere Rolle sollen zudem regionale Absatzmärkte spielen. Der Bauernverband will erreichen, dass mehr heimisch erzeugte Lebensmittel in Kantinen, Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verwendet werden. Voraussetzung dafür seien funktionierende regionale Liefer- und Verarbeitungsketten sowie eine eindeutige Herkunftskennzeichnung.

Daneben fordert der Verband wettbewerbsfähige Energie- und Düngerkosten sowie eine vollständige Befreiung der Land- und Forstwirtschaft vom Wassercent. Auch die erste Säule der europäischen Agrarförderung müsse nach Ansicht des BBV weiterhin einen wesentlichen Beitrag zum Einkommen der Landwirte leisten.

„Wer regionale Lebensmittelerzeugung und Versorgungssicherheit erhalten will, muss jetzt handeln – bei der Liquidität ebenso wie bei den Rahmenbedingungen für die Zukunft“, fasst von Butler die Forderungen zusammen.

Das vollständige Positionspapier stellt der Bayerische Bauernverband online zur Verfügung.

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