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Wenn ein Waldriese fällt: Warum Schweinfurt seine alten Eichen verliert

Symbolbild KI

Wenn ein Waldriese fällt: Warum Schweinfurt seine alten Eichen verliert

Bis zu 200 Jahre gewachsen – und dann fällt ein mächtiger Baum innerhalb weniger Augenblicke. Im Schweinfurter Stadtwald müssen alte Eichen gefällt werden. Doch warum? Sind die Bäume tatsächlich nicht mehr zu retten? Und was haben winzige Käfer damit zu tun? SW-N-TV war mit der Kamera dabei und hat die Fachleute vor Ort begleitet.

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, vor einer mächtigen alten Eiche zu stehen und zu wissen: Gleich wird sie fallen.

Über Generationen hinweg hat dieser Baum Wind, Regen, Hitze und Kälte überstanden. Und jetzt reicht offenbar selbst seine Widerstandskraft nicht mehr aus.

Am Montag, 19. Oktober, war ich für SW-N-TV im Schweinfurter Stadtwald am Wildpark unterwegs. Die Stadt hatte zu einem Pressetermin eingeladen, um zu erklären, warum dort mehrere alte Eichen gefällt werden müssen.

Forstamtsleiter Florian Haensel, Revierleiter Anton Goss und Baureferent Rüdiger Köhler waren vor Ort. Die Verantwortlichen erläuterten die Hintergründe der notwendigen Fällungen und die Herausforderungen, vor denen der Schweinfurter Stadtwald steht.

Und diesmal gab es nicht nur ein paar Informationen auf Papier. Wir durften uns die Schäden an den Bäumen aus nächster Nähe ansehen und die Vorbereitungen einer Baumfällung begleiten.

Kleine Käfer, großer Schaden

Die Eiche gilt eigentlich als vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und Wärme. Doch die vergangenen trockenen Jahre haben auch diesen Bäumen zugesetzt.

Geschwächte Eichen werden zunehmend von verschiedenen Schädlingen befallen. Besonders problematisch sind holzbohrende Käfer, deren Fraßgänge bis tief in den Stamm reichen können.

Forstamtsleiter Florian Haensel und Revierleiter Anton Goss erklärten anhand bereits gefällter Baumstämme, wie die Käfer vorgehen und weshalb der Befall so gefährlich ist.

Zu erkennen sind die Schäden unter anderem an kleinen Einbohrlöchern, weißem Bohrmehl am Stamm und dunklen Verfärbungen im Holz.

Im Film zeigen die Fachleute diese Spuren aus nächster Nähe und erklären, weshalb manche Bäume innerhalb erstaunlich kurzer Zeit absterben können.

Aus wertvollem Eichenholz wird Brennholz

Was viele nicht wissen: Ein gesunder Eichenstamm kann einen erheblichen wirtschaftlichen Wert besitzen.

Nach Angaben des Forstamts sind bei hochwertigem Eichenholz Preise von bis zu 850 Euro pro Festmeter möglich. Ist der Stamm stark von Käfern befallen, bleiben unter Umständen nur noch rund 85 Euro pro Festmeter übrig.

Doch Geld ist nicht der wichtigste Grund für die Fällungen.

Der Stadtwald rund um den Wildpark ist ein beliebtes Erholungsgebiet. Wenn geschädigte Bäume Äste verlieren oder ganz umstürzen könnten, wird das auch zu einer Gefahr für Spaziergänger und andere Waldbesucher.

Außerdem sollen befallene Stämme möglichst rasch aus dem Wald entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung der Schädlinge einzudämmen.

Wie fällt man eigentlich einen solchen Riesen?

Einfach die Motorsäge ansetzen und warten, bis der Baum umfällt? Ganz so einfach ist das natürlich nicht.

Revierleiter Anton Goss und die erfahrenen Forstwirte der Stadt Schweinfurt zeigten, wie sorgfältig eine solche Fällung vorbereitet werden muss.

Zunächst wird festgelegt, in welche Richtung der Baum fallen soll. Dabei spielen seine Neigung, die umstehenden Bäume und die Sicherheit aller Beteiligten eine entscheidende Rolle.

Die Forstleute erklärten uns Schritt für Schritt, welche Funktion der Fällkerb hat, warum eine sogenannte Bruchleiste stehen bleibt und wie ein Seil sowie technische Hilfsmittel die Fallrichtung unterstützen.

Die eigentliche Arbeit an der Motorsäge übernahmen die Forstwirte. Hier ist Erfahrung gefragt, denn bei einem solchen Baum muss jeder Handgriff sitzen.

Auch die Absperrung ist wichtig: Im Bereich der Fällung muss ein Sicherheitsabstand von der doppelten Baumlänge eingehalten werden.

Und dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Die mächtige Eiche fiel.

Ich muss sagen, das war für mich trotz aller fachlichen Erklärungen ein trauriger Augenblick. Ein Baum, der so viele Jahrzehnte überstanden hat, liegt plötzlich am Boden.

Diesen Moment haben wir mit der Kamera festgehalten.

Müssen wir uns um unseren Stadtwald Sorgen machen?

Diese Frage habe ich den Fachleuten natürlich auch gestellt.

Denn wenn nicht nur Eichen, sondern auch andere Baumarten unter Trockenheit und Krankheiten leiden, fragt man sich schon, wie unser Stadtwald in Zukunft aussehen wird.

Forstamtsleiter Florian Haensel und Revierleiter Anton Goss erläuterten, dass sich der Wald weiter verjüngt. Junge Bäume wachsen nach, und die Forstleute versuchen, durch eine gezielte Bewirtschaftung möglichst widerstandsfähige Bestände zu fördern.

Allerdings macht die Entwicklung den Verantwortlichen durchaus Sorgen. Die Schäden an den alten Eichen zeigen, wie stark sich die Bedingungen im Wald verändern.

Unsere große SW-N-TV-Reportage zeigt mehr

Ich hätte vorher nicht gedacht, wie viel man bei einem solchen Termin über Bäume, Käfer, Holz und die Arbeit unserer Forstleute erfahren kann.

Wir haben uns die Schäden zeigen lassen, nachgefragt und die Vorbereitungen der Fällung ausführlich dokumentiert.

Im Film erfahrt ihr unter anderem:

  • Wie die Forstleute kranke Eichen erkennen.
  • Warum winzige Käfer riesige Stämme unbrauchbar machen können.
  • Weshalb auf Pestizide verzichtet wird.
  • Wie die Fallrichtung eines großen Baumes bestimmt wird.
  • Was nach der Fällung mit dem Holz passiert.
  • Und wie es um die Zukunft unseres Schweinfurter Stadtwaldes steht.

Vor allem aber könnt ihr selbst miterleben, wie eine alte Eiche gefällt wird – mit den Erklärungen der Menschen, die diese verantwortungsvolle Arbeit täglich leisten.

Mein Fazit: Es tut weh, wenn ein alter Baum fallen muss. Aber nach den ausführlichen Erklärungen vor Ort verstehe ich besser, warum die Stadt diese Entscheidung getroffen hat.

Ein Dankeschön an Forstamtsleiter Florian Haensel, Revierleiter Anton Goss, Baureferent Rüdiger Köhler und die beteiligten Forstwirte, die uns einen so ausführlichen Einblick in ihre Arbeit ermöglicht haben.

🎥 Schaut euch unsere ausführliche Filmreportage an. Denn manche Dinge versteht man erst richtig, wenn man sie mit eigenen Augen sieht und die Fachleute selbst zu Wort kommen lässt.

Sandra Grätsch – SW-N-TV unterwegs im Schweinfurter Stadtwald.

Grundlage: Medieninformation der Stadt Schweinfurt und eigene Filmaufnahmen sowie Gespräche beim Pressetermin am 19. Oktober 2026.

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