Katholiken im Bistum spenden 125.185 Euro

Bild - © Matthias Band (Bonifatiuswerk) | Haben den Bonifatiuswerk-Finanzbericht vorgestellt: Bischof Dr. Dominicus Meier (3. von links) mit Generalsekretär Monsignore Georg Austen (2. von links) sowie (von links) Personalstelleninhaberin Rebecca Lögers da Silva, Präsident Manfred Müller, Geschäftsführer Ingo Imenkämper, Inga Schmitt, Pastoralreferentin für Glaubenskommunikation im Bistum Osnabrück, Domkapitular Dr. Martin Schomaker, Vorsitzender des diözesanen Bonifatiuswerks im Bistum Osnabrück, sowie Zsofi Ketz und Anja Breer vom Projekt „Trude lädt ein“, Dr. Martina Kreidler-Kos, Leiterin des Seelsorgeamts im Bistum Osnabrück, und Hajo Klanke vom Projekt „Trude lädt ein“.
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Bonifatiuswerk veröffentlicht Jahresbericht 2025 – Insgesamt 989 Projekte in der Diaspora unterstützt – Sorge um Ausgang der Landtagswahlen im Herbst

Würzburg/Paderborn/Osnabrück (POW) Die katholischen Christinnen und Christen im Bistum Würzburg haben im Jahr 2025 insgesamt 125.184,81 Euro in Kollekten und Einzelspenden für die Diasporahilfe gegeben. Bei der traditionellen Kollekte zum Diaspora-Sonntag wurden im Bistum 56.710,79 Euro gesammelt. Die Erstkommunionkinder sammelten 50.994,99 Euro und die Firmbewerber 17.479,03 Euro für Kinder und Jugendliche in der Diaspora. Das hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit Sitz in Paderborn bekannt gegeben.

Mit insgesamt rund 11,7 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr Katholikinnen und Katholiken in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora unterstützt (2024: 10,4 Millionen Euro). 989 Projekte konnten damit gefördert werden. „Wir stecken mitten in einer großen Umbruchphase, die auch die Kirchen betrifft“, sagte Generalsekretär Monsignore Georg Austen bei der Vorstellung des Jahresberichts in Osnabrück. Es gelte, Stabilität zu gewährleisten und weiterhin als verlässlicher Partner an der Seite der Diözesen und Gemeinden in den Fördergebieten zu stehen. „In den kommenden Jahren sehen wir einen Schwerpunkt für uns darin, die Transformationsprozesse in den Bistümern und Gemeinden noch intensiver als bislang zu begleiten und zu unterstützen.“ Trotz der Umbrüche zeige sich in den sozialen und karitativen Initiativen und Projekten, die das Bonifatiuswerk unterstützt, dass Kirche dort lebendig sei, wo sie kreativ und im Geist des Evangeliums auf Menschen zugehe und auskunftsfähig über die Inhalte des christlichen Glaubens sei.

Dafür stünden auch die 227 Projekte, die sich im vergangenen Jahr für den „Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln“ beworben hatten – laut Jahresbericht ein Rekordwert. „Diese Projekte und Initiativen sind die Kirche von heute für morgen: geistlich, nah, kreativ und voller Hoffnung. Sie erinnern uns daran, dass Kirche nicht nur ein Gebäude aus Stein ist, sondern gelebter Glaube, der sich in Beziehungen, Offenheit und Fürsorge zeigt.“ Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt werde auch künftig auf der Auseinandersetzung mit pastoralen Fragen rund um die Kirchenmitgliedschaft liegen. Dazu habe das Hilfswerk eine pastorale Arbeitshilfe mit dem Titel „drinnen. draußen. (n)irgendwo?“ veröffentlicht, zu der 2025 ein internationaler Studientag stattfand.

Im Fördergebiet des Bonifatiuswerkes wurden 69 Bauprojekte mit mehr als drei Millionen Euro unterstützt. Ein wichtiges Projekt sei die Sanierung der 200 Jahre alten Holzkirche auf den norwegischen Lofoten. Ohne diese Maßnahme, die mit 25.000 Euro gefördert wird, drohe die behördliche Schließung. Die Kirche der Heiligen Familie sei das älteste Gebäude auf der Inselgruppe. Auf einer Fläche von 1200 Quadratkilometern lebten etwa 23.000 Menschen. Die katholische Gemeinde sei klein und verstreut, der Anteil an der Bevölkerung betrage nur 1,6 Prozent. Manche Gläubige fahren stundenlang, um am Gottesdienst teilzunehmen.

Im Bereich Kinder- und Jugendhilfe wurden 796 Projekte mit fast 1,7 Millionen Euro unterstützt. Mit rund 750.000 Euro wurden 102 Initiativen im Bereich Glaubenshilfe gefördert. Rund 584.500 Euro aus der Verkehrshilfe stellte das Bonifatiuswerk für die Anschaffung von 22 BONI-Bussen zur Verfügung. Eine weitere wichtige Fördersäule seien missionarische Personalstellen. Sie sind auch auf nichtkirchliche Zielgruppen ausgerichtet, sollen pastorales Neuland betreten oder ehrenamtliches Engagement in Gemeinden fördern. 2025 wurden vier Stellen mit insgesamt 330.000 Euro bewilligt.

Dass nach 2024 erneut mehr Geld für die Projektförderung bereitgestellt werden konnte, liege unter anderem an den um fast 30 Prozent gestiegenen Mitteln des Diaspora-Kommissariats der deutschen Bischöfe. Die Einnahmen aus Kollekten mit mehr als 4,5 Millionen Euro beliefen (+ 5,3 Prozent) seien ebenso gestiegen wie die Einnahmen aus Erbschaften (+ 3,1 Prozent). „Trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen sind wir mit dem vergangenen Jahr zufrieden. Den Menschen, die unsere Arbeit unterstützen und uns über ihren Tod hinaus ihr Vermögen zur Verfügung stellen, sind wir sehr dankbar“, sagte Geschäftsführer Ingo Imenkämper.

Bischof Dr. Dominicus Meier dankte dem Hilfswerk für die Unterstützung. Das Bonifatiuswerk sei für die katholische Kirche im Bistum Osnabrück ein wichtiger und zuverlässiger Partner. In den vergangenen zehn Jahren habe das Hilfswerk dort 102 Projekte mit mehr als 1,6 Millionen Euro gefördert, darunter neun BONI-Busse, die aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken seien. „Das Bonifatiuswerk unterstützt Bistümer und Gemeinden, wenn sich Situationen verändern, wenn es um Innovation geht und wenn wir neue Antworten auf die Fragen der Menschen brauchen“, sagte Bischof Meier. Das betreffe auch den Bau: So sei zum Beispiel in der Pfarrei Sankt Joseph in Emlichheim an der Grenze zu den Niederlanden das bisherige Gemeindehaus in die Pfarrkirche integriert worden, um Kirche und Gemeindeleben flexibel unter einem Dach zu vereinen. Das mit 90.000 Euro geförderte Projekt reagiere auf sinkende Gottesdienstbesucherzahlen und hohe Unterhaltungskosten mit einem zukunftsweisenden Raumkonzept.

Präsident Manfred Müller erklärte, dass sich das Bonifatiuswerk seit jeher als Möglichmacher, Brückenbauer und Impulsgeber verstehe. „Wir wollen die Kirche in ökumenischer Verbundenheit als einen offenen und einladenden Ort gestalten, Atemräume des Glaubens unterstützen und innovative sowie bewährte Wege gehen.“ Mit Sorge blickten das Hilfswerk und die Kirchen indes auf den Ausgang der Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. „Es gibt Kräfte, die das Fundament unserer Gesellschaft aushöhlen wollen. Die AfD in Sachsen-Anhalt will etwa bei einer Regierungsübernahme die Zahlung der Staatskirchenleistungen verändern. Derlei Ansinnen unterschlägt, dass die Kirchen mit dem Geld vom Staat viele Schulen, Kindergärten sowie Jugendhilfeeinrichtungen und Bildungshäuser betreiben – Einrichtungen, die auch das Bonifatiuswerk unterstützt. Die Kirchen erfüllen damit eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Die AfD will hingegen einen anderen Staat. Wir setzen uns daher mit Herz und Haltung für Demokratie und Nächstenliebe ein.“

Der Jahresbericht kann unter www.bonifatiuswerk.de/de/download/ heruntergeladen werden.

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