StartBlaulichtCyberangriffe in Bayern: Ransomware-Fälle steigen um 18 Prozent

Cyberangriffe in Bayern: Ransomware-Fälle steigen um 18 Prozent

Symbolbild KI

BAYERN – Cyberkriminelle nehmen zunehmend Behörden und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur ins Visier. Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Möglichkeiten der Angreifer. Das geht aus dem Bericht zur Cybersicherheit in Bayern 2026 hervor, den Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Albert Füracker und Justizminister Georg Eisenreich vorgestellt haben.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Bedrohung: Mehr als 49.400 Fälle von Cybercrime wurden im vergangenen Jahr bei der Bayerischen Polizei angezeigt. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da längst nicht jeder Angriff zur Anzeige gebracht wird.

Besonders im Fokus stehen inzwischen neben Unternehmen auch Behörden und Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur (KRITIS). Dazu zählen beispielsweise Bereiche, deren Ausfall erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben haben könnte.

KI erleichtert Cyberangriffe

Eine zunehmende Rolle spielt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden Künstliche Intelligenz. Sie ermöglicht es Angreifern, bestimmte Cyberattacken mit weniger technischem Vorwissen vorzubereiten und durchzuführen.

Gleichzeitig beobachten die Behörden eine Zunahme politisch motivierter Angriffe. Dazu gehören sogenannte DDoS-Attacken, bei denen Webseiten oder Onlinedienste durch massenhafte Anfragen überlastet und dadurch zeitweise unerreichbar gemacht werden.

Innenminister Joachim Herrmann sieht insbesondere in der Verbindung verschiedener Angriffsmethoden eine wachsende Gefahr. Neben klassischen Cyberattacken spielten Spionage, Sabotage und Desinformation eine zunehmende Rolle. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe sich diese hybride Bedrohung nochmals erheblich verschärft.

Weiter verbreitet sind auch klassische Betrugsmaschen wie Phishing. Eine Variante ist das sogenannte „Quishing“. Dabei verwenden Täter manipulierte QR-Codes, um ihre Opfer beispielsweise auf gefälschte Internetseiten zu locken.

Ransomware-Angriffe um 18 Prozent gestiegen

Deutlich gestiegen ist die Zahl der sogenannten Ransomware-Attacken. Dabei verschlüsseln Kriminelle Daten oder ganze Computersysteme und versuchen anschließend, Lösegeld für deren Freigabe zu erpressen.

Das Bayerische Landeskriminalamt registrierte 2025 insgesamt 230 solcher Fälle. Ein Jahr zuvor waren es noch 195. Das entspricht einem Anstieg um rund 18 Prozent. Betroffen waren neben Unternehmen auch öffentliche Einrichtungen.

Auch staatliche Internetangebote werden regelmäßig attackiert. Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) registrierte im vergangenen Jahr 105 DDoS-Angriffe auf staatliche Webseiten.

Im Cyber Defence Center des LSI wurden zudem rund 6.000 sicherheitsrelevante Vorfälle bearbeitet – etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben von Finanzminister Albert Füracker kam es bei diesen Vorfällen weder zu Schäden noch zu einem Abfluss von Daten.

Milliarden Datensätze werden täglich überprüft

Welchen Umfang die digitale Gefahrenabwehr inzwischen erreicht hat, zeigen weitere Zahlen des Landesamts. Das Cyber Defence Center analysiert nach Angaben des Freistaats täglich rund 2,7 Milliarden Datensätze.

Gemeinsam mit dem IT-Dienstleistungszentrum wurden 2025 außerdem rund 838 Millionen als verdächtig eingestufte E-Mails bereits beim Empfang blockiert. Das LSI setzt inzwischen auch KI-gestützte Analysen ein, um neue Schadsoftware schneller erkennen zu können.

Ausgebaut werden sollen zudem die Beratungsangebote für staatliche und kommunale Behörden. Für Unternehmen und Organisationen bietet unter anderem die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime des Bayerischen Landeskriminalamts Unterstützung bei der Prävention und im Umgang mit Cyberangriffen an.

Ermittler arbeiten international zusammen

Da Täter und technische Infrastruktur häufig über mehrere Länder verteilt sind, spielt die internationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Bayerische Ermittler waren 2025 unter anderem an einer koordinierten Aktion von Strafverfolgungsbehörden aus 14 Ländern gegen die Ransomware-Gruppe „8Base“ beteiligt. Dabei wurden vier mutmaßliche Anführer festgenommen.

Justizminister Georg Eisenreich verweist in diesem Zusammenhang auf die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), die seit elf Jahren auf die Verfolgung von Cyberkriminalität spezialisiert ist und international mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet.

Bayern setzt darüber hinaus auf eine engere Vernetzung seiner eigenen Sicherheitsbehörden. Im Rahmen der „Cyberabwehr Bayern“ arbeiten die zuständigen Stellen von Polizei, Justiz, Verfassungsschutz und IT-Sicherheit zusammen.

Der aktuelle Bericht macht dabei deutlich: Die Zahl möglicher Angriffsmethoden wächst – und mit dem verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz dürfte sich das Wettrennen zwischen Cyberkriminellen und Sicherheitsbehörden weiter beschleunigen.

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Hinweis: Inhalte wurden mit künstlicher Intelligenz bearbeitet
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