Foto: Heinrich Wullhorst
Schweinfurt/München. Die Diskussion um den Einsatz von Drohnen bei Agrarförderkontrollen sorgt weiter für Gesprächsstoff. Die CSU-Landtagsabgeordnete Martina Gießübel mahnt in der Debatte zu einer sachlichen Einordnung. Es gehe nicht um zusätzliche Kontrollen, sondern darum, bestehende EU-Vorgaben effizienter umzusetzen.
Nach Angaben des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums handelt es sich um ein räumlich und zeitlich begrenztes Pilotprojekt. Erfasst werden rund 650 Feldstücke von insgesamt etwa 53.000 jährlich zu kontrollierenden Flächen – das entspricht rund einem Prozent. Ob Drohnen künftig flächendeckend eingesetzt werden, sei derzeit noch offen.
„Es geht nicht um neue Kontrollen, sondern um die Frage, wie die ohnehin von der Europäischen Union vorgeschriebenen Agrarförderkontrollen künftig möglichst effizient und mit möglichst wenig Belastung für unsere landwirtschaftlichen Betriebe durchgeführt werden können“, erklärt Gießübel.
Die Abgeordnete sieht in der Digitalisierung grundsätzlich die Chance, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen. Angesichts knapper Personalressourcen müsse geprüft werden, welche technischen Möglichkeiten sinnvoll eingesetzt werden können. „Moderne Technik soll Bürokratie abbauen – nicht neue Belastungen schaffen“, betont sie.
Zugleich hebt Gießübel die Bedeutung des Datenschutzes hervor. Nach den Vorgaben des Pilotprojekts würden ausschließlich die beantragten Förderflächen fotografiert, nicht jedoch Hofstellen oder Wohngebäude. Zudem würden nur Fotos und keine Videos erstellt. Die Auswertung erfolge durch den staatlichen Prüfdienst, die Speicherung entsprechend der EU-Vorgaben beim Landwirtschaftsministerium.
Als Beispiel für eine zunächst kritisch betrachtete, inzwischen aber etablierte Digitalisierung nennt die CSU-Politikerin die FAL-BY-App. Anfangs habe es Vorbehalte gegeben, mittlerweile würden viele landwirtschaftliche Betriebe die Zeitersparnis und die einfacheren Abläufe schätzen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist das Pilotprojekt inzwischen weitgehend abgeschlossen. Bis auf einen öffentlich bekannt gewordenen Einzelfall seien bislang keine weiteren Beschwerden eingegangen.
Für Gießübel bleibt entscheidend, dass neue Technik den Menschen und den Betrieben einen echten Mehrwert bringt: „Wer Bürokratie abbauen will, darf moderne Technik nicht reflexartig ablehnen. Entscheidend ist, dass sie den Menschen dient – und genau das wird mit diesem Pilotprojekt geprüft.“



