StartWürzburgMayors for Peace: Bekenntnis zu Frieden, Sorge vor erneutem atomaren Wettrüsten

Mayors for Peace: Bekenntnis zu Frieden, Sorge vor erneutem atomaren Wettrüsten

Foto „Flagge Mayors For Peace“

Friedenstaube im Rathaus-Innenhof: Kriege und Konflikte bestimmen die Nachrichten, der 8. Juni betont, wofür das „Mayors for Peace“-Netzwerk steht. Bürgermeister Joachim Spatz und Stadträtin Barbara Meyer wurden beim Fahnenhissen durch die Ortsgruppe von Ökopax unterstützt. Foto: Georg Wagenbrenner

WÜRZBURG – Bürgermeister Joachim Spatz richtete beim Hissen der „Mayors for Peace“-Flagge im Rathausinnenhof motivierende Worte an die Friedens-Aktivistinnen und -Aktivisten von Ökopax Würzburg: „Wir müssen in Zeiten, in denen auch Selbstverständlichkeiten wie Frieden, Demokratie und die offene Gesellschaft infrage gestellt werden, unsere Ideale hochhalten. Auch wenn es schwer scheint, dürfen wir unsere innere Überzeugung nicht aufgeben!“ Würzburg nutzt den 8. Juli, um mit einem „kleinen Mahnmal“, vor einem erneuten globalen Wettrüsten zu warnen. Während im Rathausinnenhof die Friedenstaube aufstieg, gab es am Infostand von Ökopax vor dem Grafeneckart die Möglichkeit, über die aktuellen Herausforderungen ins Gespräch zu kommen.



Der Internationale Gerichtshof in Den Haag stellte vor genau 30 Jahren, am 8. Juli 1996, in einem Rechtsgutachten fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem bekräftigte er die völkerrechtliche Pflicht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“



Doch gegenwärtig spielen Atomwaffen wieder eine stärkere Rolle in der internationalen Sicherheitspolitik. Das nukleare Abrüstungsregime scheint geschwächt. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI verfügen die neun Atommächte noch immer über 12.187 Atomsprengköpfe.



Um einer neuen Dynamik des nuklearen Wettrüstens entgegenzutreten, setzen die „Mayors for Peace“-Mitgliedsstädte mit dem Hissen der „Mayors for Peace“-Flagge vor den Rathäusern am 8. Juli ein deutliches Zeichen. Die Mitglieder des unter der Präsidentschaft von Hiroshima stehenden internationalen Netzwerkes erinnern an diesem Tag an das IGH-Rechtsgutachten von 1996 und setzen sich für nukleare Abrüstung und weltweiten Frieden ein. In Würzburg hat dieser Tag durch die Städtefreundschaft zu Nagasaki eine weitere persönliche Dimension, weil man dem verheerenden Atombombenabwurf 1945 auch schon mehrfach gemeinsam gedachte.





Wer sind die Mayors for Peace:

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. 8.579 Städte in 166 Ländern gehören dem Netzwerk an, darunter 931 Städte in Deutschland. Rund 600 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.

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