Schweinfurt. Für zehn Jugendliche aus der ukrainischen Partnerstadt Lutsk bedeutet die Woche in Schweinfurt weit mehr als eine gewöhnliche Reise. Fernab von Luftalarm und Krieg erleben sie für einige Tage einen Alltag, der für viele junge Menschen in Deutschland selbstverständlich ist. Im Rathaus wurden die Gäste nun von Oberbürgermeister Ralf Hofmann offiziell empfangen.
Seit der Gründung der Städtepartnerschaft im Jahr 2023 findet die Jugendbegegnung regelmäßig statt. Während ihres Aufenthalts besuchen die Jugendlichen die Walther-Rathenau-Schulen, nehmen am Unterricht teil und lernen gemeinsam mit ihren Gastfamilien und dem Stadtjugendring Schweinfurt und die Region kennen.
Oberbürgermeister Ralf Hofmann machte in seiner Begrüßung deutlich, welche Bedeutung die Partnerschaft inzwischen für Schweinfurt hat. „Die Freundschaft zwischen Schweinfurt und Lutsk gibt es zwar erst seit 2023, aber ich habe das Gefühl, dass diese Beziehung bei den Menschen in unserer Stadt schon sehr intensiv angekommen ist.“ Neben dem Austausch zwischen den Stadtverwaltungen engagierten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit Hilfstransporten und persönlicher Unterstützung für die ukrainische Partnerstadt.
Besonders bewegend wurde Hofmann, als er auf den Alltag der Jugendlichen einging. „Wir können uns hier nur wenige hundert Kilometer entfernt nicht vorstellen, wie euer Alltag aussieht. Keiner von uns möchte mit euch tauschen.“ Umso wichtiger sei es, dass die jungen Gäste in Schweinfurt einige unbeschwerte Tage verbringen könnten. Er hoffe, dass sie mit neuer Kraft und vielen schönen Erinnerungen nach Lutsk zurückkehren.
In seiner Ansprache erinnerte Hofmann daran, dass seine Generation lange geglaubt habe, Kriege gehörten der Vergangenheit an. „Ich habe Geschichte gelernt und dachte, Krieg sei etwas, das nur noch in Geschichtsbüchern vorkommt. Heute müssen wir erkennen, dass es Diktatoren gibt, die ihre Völker aus primitiven Gründen ins Unglück treiben.“ Was Schweinfurt tun könne, sei Solidarität zu zeigen und den Menschen in der Ukraine beizustehen.
Der Oberbürgermeister sprach den Jugendlichen seine Hoffnung auf eine friedliche Zukunft aus. „Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass dieser Krieg endet, dass ihr eure Jugend so leben könnt, wie ihr es verdient. Wir stehen an der Seite von Lutsk und der Ukraine.“
Während ihres Aufenthalts standen für die Jugendlichen unter anderem der Besuch der Walther-Rathenau-Schulen, Freizeitangebote mit dem Stadtjugendring sowie Ausflüge – unter anderem an den Baggersee – auf dem Programm. Für viele der jungen Gäste sind diese Tage eine seltene Gelegenheit, Abstand vom Kriegsalltag zu gewinnen.
Zum Abschluss seiner Ansprache fand Hofmann noch persönliche Worte: „Ich hoffe sehr, dass wir uns bald wiedersehen – dann hoffentlich in einer Zeit des Friedens.“