Gewerkschaft sieht vor allem junge Menschen und ältere Beschäftigte unter Druck
Schweinfurt/Unterfranken. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht den unterfränkischen Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Zwar lag die Arbeitslosenquote im Juni mit 4,0 Prozent auf dem Niveau des Vormonats, doch nach Einschätzung des DGB verdeckt diese Zahl die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme in vielen Betrieben.
Besonders betroffen seien junge Berufseinsteiger sowie ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gleichzeitig gehe die Zahl neuer Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen spürbar zurück.
Schweinfurt: Arbeitslosigkeit leicht gesunken – aber mehr Betroffene als vor einem Jahr
Für den Agenturbezirk Schweinfurt weist der DGB eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent aus. Damit liegt sie zwar leicht unter dem Wert des Vormonats, allerdings waren 240 Menschen mehr arbeitslos als im Juni 2025.
Besonders aufmerksam blickt der DGB auf den Ausbildungsmarkt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist nach den aktuellen Zahlen innerhalb eines Jahres um 15 Prozent zurückgegangen – von 3.944 auf 3.359 Stellen.
Nach Ansicht des DGB ist der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit deshalb kein Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Vielmehr würden viele Beschäftigte altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden und dadurch nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik erscheinen.
Untermain besonders betroffen
Noch schwieriger stellt sich die Lage nach Einschätzung des DGB am Untermain dar. Im Agenturbezirk Aschaffenburg gingen innerhalb eines Jahres rund 2.390 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Besonders das verarbeitende Gewerbe musste deutliche Einbußen hinnehmen.
Auch ältere Beschäftigte seien dort überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen.
Weniger offene Stellen in Würzburg
Im Raum Würzburg sieht der DGB vor allem den Rückgang offener Stellen kritisch. Gegenüber dem Vorjahr sank deren Zahl um rund neun Prozent. Gleichzeitig sei die Jugendarbeitslosigkeit gestiegen.
DGB fordert Investitionen
Als Konsequenz fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund mehr Investitionen in Industrie und Infrastruktur sowie stärkere Anstrengungen bei Ausbildung und Weiterbildung. Unternehmen müssten gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Fachkräfte investieren, anstatt Personal abzubauen, so die Gewerkschaft.
Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Der Bericht macht deutlich, dass sich der unterfränkische Arbeitsmarkt derzeit in einer schwierigen Phase befindet. Während die offiziellen Arbeitslosenzahlen bislang nur moderat steigen, deuten der Rückgang offener Stellen und weniger Ausbildungsangebote darauf hin, dass viele Unternehmen derzeit zurückhaltend agieren. Ob sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzt, dürfte maßgeblich von der wirtschaftlichen Lage abhängen.