Bildquelle- Stadt Schweinfurt und SW-N
Schweinfurt. Der Klimawandel ist längst auch in Schweinfurt angekommen. Das zeigt ein neues Klimaanpassungskonzept der Stadt, das jetzt veröffentlicht wurde. Demnach ist die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahrzehnten bereits um rund 1,1 Grad gestiegen. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte sie – je nach Entwicklung – um weitere bis zu 3,7 Grad zunehmen.
Damit bestätigt das Gutachten, was viele Schweinfurter in den vergangenen Sommern bereits gespürt haben: Heiße Tage werden häufiger, Tropennächte nehmen zu und auch Starkregenereignisse könnten künftig öfter auftreten.
Bis zu fünf Grad Temperaturunterschied innerhalb der Stadt
Besonders betroffen sind dicht bebaute Stadtteile. Dort entstehen sogenannte Wärmeinseln. Nach Angaben der Stadt können die Temperaturen in einzelnen Bereichen bereits heute bis zu fünf Grad höher liegen als in den Randgebieten. Gerade für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen bedeutet das eine zunehmende Belastung.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Zwar soll die jährliche Niederschlagsmenge künftig kaum abnehmen, der Regen verteilt sich jedoch anders. Experten rechnen mit häufigeren Starkregenfällen. Das Wasser fließt auf den ausgetrockneten Böden oft oberflächlich ab, anstatt zu versickern. Gleichzeitig trocknen Böden durch die steigenden Temperaturen schneller aus.
Mehr Grün statt mehr Asphalt
Die Stadt leitet aus den Ergebnissen konkrete Empfehlungen ab. Große Bäume und Grünflächen sollen möglichst erhalten bleiben, weil sie Schatten spenden und ihre Umgebung durch Verdunstung kühlen. Neue Bäume könnten diese Funktion erst nach vielen Jahren übernehmen.
Auch versiegelte Flächen geraten in den Blick. Wo möglich, sollen Asphalt- oder Pflasterflächen entsiegelt werden, damit Regenwasser wieder im Boden versickern kann. Kritisch sieht die Stadt weiterhin sogenannte Steingärten. Sie speichern tagsüber Wärme und geben diese nachts wieder ab – mit der Folge, dass sich Wohngebiete selbst in den Nachtstunden kaum noch abkühlen.
Bürger sollen mithelfen
Da Trockenheit und Hitze auch den städtischen Baumbestand zunehmend belasten, setzt Schweinfurt auf die Unterstützung der Bevölkerung. Über Baumpatenschaften können Bürgerinnen und Bürger die Bewässerung eines Straßenbaums übernehmen und dessen Baumscheibe gestalten. Die Grundpflege bleibt weiterhin Aufgabe des städtischen Servicebetriebs.
Konzept jetzt online
Das neue Klimaanpassungskonzept richtet sich zwar in erster Linie an Verwaltung und Stadtplanung. Es enthält jedoch auch zahlreiche Informationen für Bürgerinnen und Bürger. Ergänzt wird es durch Klimafunktionskarten, die zeigen, welche Stadtteile besonders stark von Hitze oder anderen Klimafolgen betroffen sind.
Die Unterlagen stehen ab sofort auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt zum Download bereit.

Bild: Ausschnitt aus der Planungshinweiskarte des Klimaanpassungskonzepts der Stadt Schweinfurt

