Ich äußere mich wirklich nur äußerst selten zum Fußball. Es gibt genug selbsternannte Bundestrainer, da muss ich mich nicht auch noch einreihen. Aber irgendwann ist Schluss.
Gegen diese Mannschaften zu verlieren? Das ist keine unglückliche Niederlage mehr. Das ist eine Blamage. Eine Mannschaft, die einmal für Kampfgeist, Leidenschaft und Siegeswillen stand, wirkt inzwischen, als hätte sie vergessen, warum sie überhaupt auf dem Platz steht.
Wo ist der Biss geblieben? Wo der unbedingte Wille, sich jeden Ball zu erkämpfen? Stattdessen hatte man fast den Eindruck, der Familienurlaub in den USA habe mehr Energie gekostet als jedes Training. Ausgerechnet dort, wo demokratische Grundwerte gerade unter Druck geraten, Urlaub zu machen und damit indirekt auch noch Donald Trump wirtschaftlich zu unterstützen, war ohnehin keine besonders glückliche Entscheidung.
Aber gut – Fußball hat ja bekanntlich nichts mit Politik zu tun. Sagen zumindest diejenigen, die das immer dann betonen, wenn ihnen die politischen Konsequenzen plötzlich unangenehm werden.
Sportlich bleibt die Bilanz jedenfalls unerquicklich. Wer so auftritt, braucht sich über den Frust der Fans nicht zu wundern. Deshalb mein bescheidener Vorschlag: Vielleicht ist es Zeit für einen Neustart. Trainer austauschen. Mannschaft austauschen. Wir brauchen Gewinner auf dem Platz und keine Urlauber mit Jetlag.
Und wissen Sie was? Das hätte wahrscheinlich sogar der FC 05 besser gemacht.