Schweinfurt. Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt ist im Juni zwar leicht gesunken. Von einer echten Entspannung am Arbeitsmarkt kann jedoch keine Rede sein. Die Zahl der Arbeitslosen ging gegenüber Mai um lediglich 113 auf 9.475 zurück, gleichzeitig bleibt sie über dem Niveau des Vorjahres. Vor allem die rückläufigen Stellenmeldungen und die zurückhaltende Personalpolitik vieler Unternehmen zeigen, dass die Konjunkturflaute inzwischen deutlich auf dem regionalen Arbeitsmarkt angekommen ist.
Auch die Agentur für Arbeit bewertet die Entwicklung zurückhaltend. Zwar sei der Arbeitsmarkt weiterhin robust, erklärte die operative Geschäftsführerin Alexandra Elbert. Gleichzeitig verliere er jedoch spürbar an Dynamik. Unternehmen agierten vorsichtiger, Neueinstellungen würden vielfach verschoben und auch die Zahl neuer Stellenangebote gehe zurück.
Im Juni wurden der Arbeitsagentur lediglich 674 neue Stellen gemeldet – 60 weniger als im Vormonat. Zwar befinden sich mit 4.529 offenen Stellen weiterhin viele Arbeitsangebote im Bestand, doch die sinkende Zahl neuer Ausschreibungen gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Besonders gesucht werden weiterhin Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Baugewerbe sowie im Kfz-Bereich.
Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 3,8 Prozent. Im Vergleich zum Juni vergangenen Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen allerdings um drei Prozent gestiegen. Fast jeder zweite Arbeitslose wird inzwischen von den Jobcentern betreut.
Stadt Schweinfurt bleibt Schlusslicht
Innerhalb des Agenturbezirks zeigt sich ein gewohnt unterschiedliches Bild. In der Stadt Schweinfurt sank die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig auf 2.170 Personen. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent bleibt die Stadt weiterhin deutlich über dem Durchschnitt des Agenturbezirks und weist den höchsten Wert der Region auf.
Während sich die Lage im Landkreis Bad Kissingen kaum veränderte, stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Rhön-Grabfeld leicht an. Deutlich rückläufig waren die Zahlen dagegen im Landkreis Haßberge. Auch im Landkreis Schweinfurt ging die Arbeitslosigkeit zurück; dort bleibt die Quote mit 2,9 Prozent die niedrigste im gesamten Agenturbezirk.
Ausbildungsmarkt: Weniger Angebote trotz Bewerbermarkt
Auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlässt die schwache Konjunktur Spuren. Die Betriebe meldeten bislang 3.359 Ausbildungs- und duale Studienplätze – rund 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber leicht gestiegen. Rechnerisch kommen auf 100 Ausbildungsplätze lediglich 77 Bewerber.
Aktuell sind noch 1.523 Ausbildungsplätze unbesetzt, während 984 Jugendliche weiterhin nach einem Ausbildungsplatz suchen. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur bleiben die Chancen für Schulabgänger trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten gut. In den kommenden Wochen soll die Vermittlung zwischen Betrieben und Bewerbern deshalb nochmals intensiviert werden.