„Renaturieren statt Bebauen
SCHWEINFURT – Eigentlich waren der Landtagsabgeordnete Paul Knoblach (Grüne), der Landtagskandidat Stefan Rottmann (SPD) und der Bezirkstagskandidat Stefan Labus (Freie Wähler) sowie die Stadträtin Marianne Prowald (SPD) zum Feiern auf die Klingenbrunn-Kirchweih gekommen. Politikerinnen und Politiker sind jedoch auch in ihrer Freizeit meist „im Dienst“. Bei zünftiger Musik und süffigem Bier ließen sich die Volksvertreter nebenbei über Gefahren informieren, welche aus dem Klimawandel entstehen.
Seit der Flutkatstrophe vor zwei Jahren im Ahrtal wissen wir: Auch ansonsten kleine und harmlos wirkende Bäche können enorme Schäden verursachen. Richard Lindner vom Bund Naturschutz und Simon Rebstöck von der Bürgerinitiative Gottesberg führten die kleine Gruppe vor Ort. Sie wiesen darauf hin, dass bei entsprechenden Ereignissen der Festplatz, der Klingenbrunn und die Gärtnerei Heim überflutet werden.
Alles Bereiche, die man beim Umzug abgelaufen ist. Selbst der deutlich höher liegende ehemalige Sportplatz des SC könne bei extremen Hochwasserereignissen zur Hälfte unter Wasser stehen. Eine Gefahr, die im Zuge des stetig fortschreitenden Klimawandels zunimmt. Geht es nach dem Willen von Teilen des Stadtrates und der Verwaltung soll dieser bebaut werden. Bund Naturschutz und Bürgerinitiative Gottesberg wollen die grüne Oase Gottesberg erhalten wissen und fordern eine Renaturierung des Bereiches, was der grüne MdL Knoblach aus Garstadt auch schon mehrfach gefordert hat. Statt einer Bebauung sollte auf Teilen der Sportplatzfläche eine naturnah gestaltete Retentionsfläche entstehen.
Dies käme den restlichen hochwassergefährdeten Bereichen zugute. Entsprechende Maßnahmen werden seitens des Bundesumweltministeriums mit Förderungen von bis zu 90% finanziell unterstützt. Doch nicht nur aus Sicht des Hochwasserschutzes verbietet sich eine Bebauung. Im Regionalplan, welcher überörtliche Planungsziele definiert, ist der Bereich um den Marienbach als „Trenngrün“ definiert. Gemäß Regionalplan dürfen Trenngrünflächen „…zur Sicherung ihrer Funktionsfähigkeit grundsätzlich nicht bebaut werden…“.
Die Hoffnung ist groß, dass dieser grünste und somit wohl schönste Platz aller Schweinfurter Bürgervereine dauerhaft erhalten bleibt und der Sportplatz als Grünfläche für alle Bürgerinnen und Bürger entwickelt wird.
Über verschiedene Hochwasserszenarien und die gefährdeten Bereiche können sich alle Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite des „Bayernatlas“ informieren.“
Auf dem Foto v.l.n.r: Simon Rebstöck (Bürgerinitiative Gottesberg) Stefan Labus (Bezirkstags-Kandidat und Stadtrat Freie Wähler) Richard Lindner (Bund Naturschutz) , Marieanne Prowald (Stadträtin SPD), Paul Knoblach (MdL Grüne)
Foto: Nicolas Lommatzsch
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