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Schweinfurt: Immer mehr Menschen geraten in ernste Notlagen

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SCHWEINFURT – Die seit 1993 gemeinsam von der Mediengruppe Main Post und dem Diakonischen Werk Schweinfurt gemanagte Stiftung „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ sieht sich im dritten Jahr hintereinander mit gegenüber den Vorjahren deutlich mehr Notfällen konfrontiert.

2022 meldeten die Wohlfahrtverbände 117, 2023 sogar 121 Fälle von Einzelpersonen und Familien in Notlagen. Auch fürs laufende Jahr zeichnet sich eine ähnliche Größenordnung ab. Bei durchschnittlich 400 Euro Hilfe pro Fall reichten bisher die jährlich zur Verfügung stehenden rund 30.000 Euro aus. Die Steigerungen machen aber nun im bereits dritten Jahr hintereinander einen Griff in die Rücklagen nötig.
Sorge bereitet den Akteuren der Stiftung deshalb das gleichzeitig nachlassende Spendenaufkommen. Das habe – so das Ergebnis einer intensiven Diskussion bei der Frühjahrsversammlung – weniger mit der allgemeinen Spendenbereitschaft, sondern mit der starken Zunahme von Spendensammlern und offensiven Marketingaktivitäten einzelner.

Im ersten Vierteljahr 2024 wurden an die Stiftung bisher 17 Anträge gestellt. Antragsteller waren die sozialen Dienste der Diakonie, Caritas, pro Familia, das Frauenhaus und weitere Wohlfahrtsverbände. Einer alleinerziehenden Mutter, die sich endlich von ihrem gewalttätigen Mann getrennt hat, stellte die Stiftung 500 Euro zur Verfügung. Die 30-Jährige hatte nach langer Suche wieder eine Wohnung gefunden. Das Geld machte den Kauf einiger Möbelstücke und kleiner Renovierungen möglich.

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Häusliche Gewalt spielte auch im zweiten Fall eine Rolle. Die junge Mutter (28) kam mit ihren Kindern im Frauenhaus unter. Die Stiftung unterstützte auch hier mit 500 Euro, um offene Rechnungen zu begleichen. Durch ein Feuer wurde eine vierköpfige Familie aus dem Landkreis vorübergehend wohnungslos. Die bereitgestellten 500 Euro verhalfen zum Kauf von Einrichtungsgegenständen für die neue Wohnung. Das Feuer in dem Mehrfamilienhaus hatte das Hab und Gut der Familie weitgehend zerstört.
Neben den genannten Fällen wurden je drei defekte Waschmaschinen und Herde durch Neukäufe ersetzt. Einmal wurde eine Gefriertruhe ausgetauscht. Die Energieberater im von der Stiftung ebenfalls schon seit Jahren finanziell

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unterstützten FIT-Projekt hatten die alte Truhe als Stromfresser ausgemacht. Künftige Stromrechnungen dieser Familie sind weniger belastend. In ihrer Pressemitteilung weist „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ auch darauf hin, dass im Großteil der Fälle, in denen die Stiftung geholfen hat oder aktuell hilft, Kinder und Jugendliche im Spiel sind und direkt oder indirekt unterstützt werden.

Weil sowohl bei der Stadt als auch beim Landkreis die Bearbeitung von beantragten Hilfsleistungen zuletzt lange dauerte, zahlte die Stiftung in auffällig vielen Fällen Überbrückungsgeld, damit die betroffenen Familien überhaupt über die Runden kamen. Nach „guten Gesprächen“ mit der Stadt und dem Landkreis ist Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Körblein zuversichtlich, dass die Anträge zumindest mittelfristig schneller bearbeitet werden. Der Landkreis bot erfreulicherweise sogar eine Art Hotline an, zur der bei Verzögerungen Kontakt aufgenommen werden kann. In Arbeit sind schließlich neue Flyer, die neben den nötigen Informationen über die Stiftung auch die Adressen der Hilfsdienste und Wohlfahrtverbände enthalten. Sie werden bei den Diensten ausgelegt oder Hilfsbedürftigen in die Hand gedrückt.

Weil Hilfen in einem immer größeren Umfang nötig sind, hier die Kontonummer der Stiftung „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ bei der Sparkasse IBAN DE15 7935 0101 0000 0323 26. Die Stiftung von Schweinfurter Tagblatt und Diakonie stellt Spendenquittungen fürs Finanzamt aus.



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