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„Eine Mehrwertsteuererhöhung wär für einige Gastronomiebetriebe der Todesstoß“

Landrat Thomas Bold setzt sich dafür ein, dass der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie bei 7 Prozent bleibt

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Corona hat es angestoßen: Im Juni 2020 beschloss die Bundesregierung, den Mehrwertsteuersatz für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen von 19 Prozent auf 7 Prozent abzusenken. Ziel war es, die Betriebe in der Krise zu unterstützen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Beschränkungen zu mildern. Die 7%-Regelung wurde zuletzt bis Ende 2023 verlängert, um die Belastungen der Branche durch die hohen Energiekosten abzufedern.

Ab 1. Januar 2024 soll der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie wieder auf 19 Prozent angehoben werden. Wirtinnen, Wirte und Verbände wehren sich dagegen – unterstützt werden sie dabei auch von Landrat Thomas Bold, der zudem Vorsitzender des Tourismusverbands Franken ist. „Eine Mehrwertsteuererhöhung wäre für einige Gastronomiebetriebe der Todesstoß, in ganz Franken und auch bei uns im Landkreis.“

Die Zahlen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern geben ihm Recht. Demnach gab es im Jahr 2019 im Landkreis Bad Kissingen 563 steuerpflichtige gastgewerbliche Betriebe. Durch die Corona-Pandemie ist diese Zahl um 229 auf 334 zurückgegangen. Würden die Mehrwertsteuer auf Speisen wieder auf 19 Prozent angehoben, würden das nach DEHOGA-Hochrechnung für etwa 24 Betriebe im Landkreis das Aus bedeuten. Bayerweit wären knapp 2.400 Betriebe betroffen.

Der Grund dafür ist schnell erklärt: „Die Gäste haben durch die Inflation weniger Geld im Portemonnaie. Ein höherer Steuersatz würde dazu führen, dass sie lieber zu Hause essen, statt irgendwo einzukehren“, erläutert DEHOGA Bayern Bezirksgeschäftsführer Michael Schwägerl. Das hätte für die Betriebe ein Sterben auf Raten zur Folge. „Damit stehen alleine in unserem Landkreis zwei Dutzend Existenzen auf dem Spiel. Oft sind das Familienbetriebe, das heißt, dass ganze Familien vor dem Nichts stehen würden“, so Bold. Für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Gäste hätten die Schließungen ebenfalls Konsequenzen: „Das gastronomische Angebot hat sich ja leider durch die Pandemie in den letzten Jahren bereits reduziert. Wenn weitere Gasthöfe, Bistros und Restaurants schließen, wirkt sich das auch negativ auf unsere Lebensqualität aus.“

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In einem Brief bittet der Landrat sowohl die Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Bad Kissingen als auch Bundesfinanzminister Christian Lindner darum, sich für einen Erhalt der 7%-Regelung einzusetzen. Die Online-Petition der DEHOGA hat Bold bereits unterzeichnet. Michael Schwägerl und Heinz Stempfle, Vorsitzender der Kreisstelle Bad Kissingen, begrüßen die klaren Worte des Landrats: „Nur wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir das Ausbluten der Gastronomie stoppen und damit auch unsere Lebensqualität erhalten oder sogar wieder verbessern.“

Auch Sie können sich für die Aktion der DEHOGA starkmachen, der Link zur Petition: https://www.dehoga-bayern.de/aktuelles/detailansicht/article/machen-sie-mit-dehoga-petition-pro-7/

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Foto (Landkreis Bad Kissingen/Nathalie Bachmann):

Landrat Thomas Bold und Heinz Stempfle, Vorsitzender der DEHOGA Kreisstelle Bad Kissingen (von links) machen sich dafür stark, dass der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie bei 7% bleibt.

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