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Denkzeichen in Schweinfurt: Sie lebten mitten unter uns.

Ein Erinnerungsprojekt der INITIATIVE gegen das VERGESSEN

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SCHWEINFURT – Die INITIATIVE gegen das VERGESSEN arbeitet mit vielen Projekten daran, dass die Vergangenheit im Bewusstsein der Menschen bleibt. Erinnern setzt geschichtliche Kenntnisse voraus. Deshalb hat die ehrenamtlich arbeitende Gruppe mehrere Gedenkorte in Schweinfurt geschaffen, die sichtbar machen, was bei uns geschehen ist und wozu Menschen fähig sind. Zurzeit steht im Mittelpunkt der Arbeit der Initiative ein Erinnerungsprojekt, das den Opfern des nationalsozialistischen Terrorregimes gewidmet ist. Auch heute herrschen wieder Hetze, Hass und Zerstörung weltweit. Sogar in Deutschland wird auf den Straßen des Landes, von dem der Holocaust ausging, der Mord an Menschen gefeiert, weil sie Jüdinnen und Juden sind. Sie leben wieder in Angst und Unsicherheit.

Johanna Bonengel, Hannes Helferich und Adi Schön von der INITIATIVE gegen das VERGESSEN stellten der Presse Konzept, Zielsetzung und Realisierung des neuen Erinnerungsprojektes vor, das den Namen „Denkzeichen“ trägt. Im Zentrum steht die Aussage: „Sie lebten mitten unter uns.“ Das Werk besteht aus zwei Teilen: Eine künstlerisch gestaltete Wandinstallation an der Stadtmauer Châteaudun-Park (Innenseite) und ein biografisches Gedenkbuch, das die Lebensgeschichten der Opfer erzählt. Erinnert wird an die 75 Schweinfurter Jüdinnen und Juden, die verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die „Denkzeichen“ geben den Opfern ihre Namen, ihre menschliche Würde und ihre Identität zurück. Man kann Namen-, Geburts- und Todesdaten, auch ihre zuletzt gewählte Wohnung in Schweinfurt lesen. Es wird bewusst, dass die Jüdinnen und Juden Bürgerinnen und Bürger Schweinfurts waren.

Die Schweinfurter Künstlerin Steff Bauer entwickelte in Kooperation mit dem Diplomingenieur Sven Knobling und der INITIATIVE die Gestaltung der „Denkzeichen“. Die behördliche Erlaubnis liegt vor. Oberbürgermeister Remelé und der Stadtrat gaben ihre Zustimmung. Auch die Nachbarn an der Stadtmauer wurden in die Arbeit einbezogen. Es ist geplant, dass im November 2024 die „Denkzeichen“ der Öffentlichkeit übergeben werden.

Die INITIATIVE kümmert sich um die Finanzierung des Erinnerungsprojekts. Mehrere Stiftungen erklärten ihre Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten. Private Spenden müssen noch

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gesammelt werden. Jede Spende hilft, dass die „Denkzeichen“ Wirklichkeit werden können. Die Kulturwerkstatt Disharmonie, unter deren Dach die INITIATIVE gegen das VERGESSEN arbeitet, ist gemeinnützig und stellt selbstverständlich Spendenbescheinigungen aus.

Foto: Laura Friedrich

Von links: Hannes Helferich, Johanna Bonengel (initiative gegen das Vergessen), Sven Knobling (künstlerische Gestaltung) und Adi Schön (Initiative)

Foto: Sven Knobling

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