Das Graf-Luxburg-Museum auf dem Weg zu einem Museum für alle

Am Montag, den 25. Februar 2019, kam in den Museen Schloss Aschach eine Gruppe unterschiedlichster Menschen zusammen, um über Inklusion im Graf-Luxburg-Museum zu diskutieren. Bis 2020 wird das Museum neu gestaltet. Der Bezirk Unterfranken, Träger der Museen Schloss Aschach, legt bei der Neukonzeption großen Wert auf inklusive Angebote. Daher luden Anne Kraft, Sachgebietsleiterin Museum des Bezirks Unterfranken, und Josefine Glöckner, Museumsleiterin der Museen Schloss Aschach, gemeinsam mit dem Architekten Klaus-Jürgen Edelhäuser Personen mit Behinderung und Vertreter von Beratungsstellen aus der Region zu einem Termin auf der Baustelle ein. Dabei unterstützt wurden sie bereits im Vorfeld unter anderem von Karin Renner, Behindertenbeauftragte des Bezirks Unterfranken. Zunächst ging es für die Gäste mit dem Außenfahrstuhl zum Haupteingang des Museums und mit einem weiteren Fahrstuhl im Inneren des Schlosses auf die drei Etagen der Ausstellung. Dabei standen die Schwellen in dem historischen Gebäude im Blickpunkt. Die Teilnehmenden in Rollstühlen und mit Rollatoren testeten die Zugänge zu den Räumen. Gemeinsam mit dem Architekten Klaus-Jürgen Edelhäuser wurden Vorschläge zur Überwindung der Schwellen besprochen. Nach der Besichtigung des Schlosses tauschten sich die Teilnehmenden über Ausstellungstexte, Vermittlungsangebote und Informationsmaterial aus. Dabei stellte sich heraus: Menschen mit Sehbeeinträchtigung wünschen sich häufig einen geführten Ausstellungsrundgang durch fachkundiges Personal. Dabei möchten sie detaillierte Beschreibungen zu Exponaten hören und Objekte anfassen, um Materialien und Formen selbst zu ertasten. Katja Kraus, Museumspädagogin der Museen Schloss Aschach, nahm diese Hinweise für ihre Arbeit auf. Im gemeinsamen Gespräch kristallisierte sich heraus, dass Menschen mit Beeinträchtigung einen Ausflug wie in das Graf-Luxburg-Museum längerfristig planen und meist in Begleitung machen. Vorab informieren sie sich telefonisch, im Internet oder über Flyer zu den örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten. Vor und während des Museumsbesuchs ist daher fachkundiges und hilfsbereites Museumspersonal entscheidend. In den Aussagen der Museumsleute und Gäste schwang immer der Grundgedanke mit, dass eine inklusive Maßnahme vielen Menschen helfen kann – egal ob jung oder alt, mit oder ohne Behinderung. Norbert Sandmann (Beirat der Stadt Schweinfurt für Menschen mit Behinderung) fand zum Abschluss treffende Worte für den Termin: „So sieht gelebte Inklusion aus.“ Der Architekt Klaus-Jürgen Edelhäuser regte an, bei weiteren konkreten Fragestellungen die Gruppe erneut beratend hinzuziehen.

Bildmaterial: 01: Die Interessensgruppe vor dem Graf-Luxburg-Museum (Foto: Anne Kraft, Bezirk Unterfranken)

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