Zecken – Dem Blutsauger keinen Stich lassen

Schild in einem Wald, warnt vor Zecken

Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und lauern im Gras, Gebüsch oder Unterholz auf ihre Opfer: die Zecken. Sie sind gefürchtet, weil sie zwei Krankheiten übertragen können. Das ist zum einen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Viren verursacht wird, und zum anderen die Borreliose, die auf Bakterien zurückgeht. Meistens bleibt ein Stich des „gemeinen Holzbocks“ – die häufigste Zeckenart in Europa – ohne gesundheitliche Folgen. Vorsichtig sollte man dennoch sein, denn beide Infektionen können gefährlich werden“, so Lothar Zachmann von der AOK in Schweinfurt. Impfung schützt vor FSME Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bietet eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese für Besucher und Bewohner von Risikogebieten, wenn sie sich viel in der Natur aufhalten. Denn es besteht die Gefahr, dass eine Infektion zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns führt (Meningoenzephalitis). „Zecken, die FSME-Viren tragen, kommen vorwiegend in bestimmten Regionen Deutschlands vor, beinahe ganz Bayern zählt dazu“, so Lothar Zachmann. In den Risikogebieten ist die Infektionsgefahr dennoch relativ gering, da nicht jeder Stich einer Zecke gleich zu einer Ansteckung führt. Im Jahr 2018 verzeichnete das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bayernweit 224 Erkrankungen, in Unterfranken waren es 6. „Bevorzugter Impftermin gegen FSME ist die kalte Jahreszeit, damit bis zum Beginn der „Zeckensaison“ ein wirksamer Impfschutz aufgebaut wird“, so Lothar Zachmann. Die erste und die zweite Impfdosis sollten im Abstand von ein bis drei Monaten verabreicht werden. Nach den ersten beiden Dosen wird ein ausreichender Impfschutz für die aktuelle Zeckensaison erwartet. Für eine vollständige Grundimmunisierung sind drei Impfdosen notwendig. Dieser Schutz hält dann mehrere Jahre vor.

Borreliose – früh handeln schützt Borreliose tritt deutlich häufiger auf als die FSME. In Bayern erkrankten 2018 laut LGL rund 5.000 Personen daran, in Unterfranken waren es 661. „Typisches Zeichen ist eine ringförmige Hautrötung rund um den Ze-ckenstich, die sich über Tage langsam nach außen verbreitet“, so Lothar Zachmann. Diese sogenannte Wanderröte entwickelt sich manchmal erst einige Tage bis Wochen nach einem Stich, ist in der Regel innen blasser als am Rand und muss nicht unbedingt an der Einstich-stelle, sondern kann auch an anderen Körperstellen auf-treten. Möglicherweise kommen grippeähnliche Beschwerden hinzu, wie Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen. Wer solche Symptome hat, sollte zum Arzt gehen. Der Krankheitserreger überträgt sich, wenn überhaupt, erst nach längerem Saugen der Zecke. „Wenn man den Körper gleich nach dem Aufenthalt im Freien untersucht und mögliche Zecken sofort entfernt, kann man sich wirksam vor einer Borreliose schützen“, so Lothar Zachmann. Dabei möglichst mit speziellen Hilfsmitteln die Zecke zwischen Hautoberfläche und Kopf fassen und gerade herausziehen, ohne sie dabei zu zerquetschen. Da es keine Impfung gegen Borreliose gibt, sind Maß-nahmen zum Schutz vor dem Zeckenstich am wichtigsten. Bei Wanderungen durchs Gebüsch empfiehlt es sich, feste Schuhe, lange Hosen und lange Ärmel zu tragen – oder man bleibt gleich auf festen Wegen. Auch Zeckensprays, sogenannte Repellents, können Zecken ein bis zwei Stunden vertreiben. Danach muss erneut gesprüht werden.

Weitere Informationen:

* www.aok.de > Leistungen & Services > Leistungen von A-Z > I wie Impfen * www.rki.de > Infektionskrankheiten von A-Z * Karte FSME-Risikogebiete unter www.rki.de (Epi-demiologisches Bulletin 17/2018)

Bildunterschrift: Zecken – sie sitzen auf einem Grashalm, im Laub oder Gebüsch und warten auf ihre Opfer. Urhebervermerk: © AOK-Mediendienst

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