Jahresrückblick 2018 des Arbeitsmarktreports der Region Main-Rhön

Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön im Jahr 2018

Der gute stabile Arbeitsmarkt hat sich für Arbeitnehmer nochmals deutlich verbessert und bot ausgezeichnete Beschäftigungschancen Zusammenfassung: Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön zeigt sich weiterhin in einer sehr guten Verfassung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt stetig an, die Zahl der Arbeitslosen erreicht immer neue Tiefstände und die Arbeitslosenquote bewegt sich unter der 3 Prozent-Schwelle. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag mit 2,8 Prozent auf einem historisch niedrigen Wert. 2018 sank die Arbeitslosenquote um erfreuliche 0,4 Prozentpunkte. Im Jahresdurchschnitt waren 7.002 Menschen arbeitslos gemeldet. Es wurden 782 Personen bzw. 10 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr gezählt. Vom deutlichen Rückgang waren erfreulicherweise die Kunden von der Arbeitsagentur und der Jobcenter gleichermaßen betroffen. In der Agentur (Bereich SGB III) waren es 3.805 Menschen und damit ein Rückgang von 9,6 Prozent. Die Reduzierung der Zahl der arbeitslosen Menschen in den Jobcentern (Bereich SGB II) auf 3.197 Personen entspricht einem Rückgang von 10,5 Prozent. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt konnten alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen profitieren. Am stärksten ausgeprägt war der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei der Gruppe der Langzeitarbeitslosen (Menschen die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren), mit einem Rückgang von 323 Personen bzw. 15,4 Prozent. Auch die Älteren ab 50 Jahre, konnten an der positiven Entwicklung, mit einem Rückgang von 192 Personen bzw. 6,2 Prozent teilhaben. Die Gruppe der arbeitslos gemeldeten Ausländer hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 144 Personen bzw. 9,8 Prozent reduziert. Gute Chancen hatten auch die jüngeren Arbeitslosen sowie schwerbehinderte Menschen. Die Meldungen zur Kurzarbeit blieben im Jahresverlauf nahezu unverändert. Anfang des Jahres meldeten 15 Betriebe bzw. Abteilungen mit 103 betroffenen Arbeitnehmern Kurzarbeit an. In den letzten drei Monaten des Jahres waren es 14 Betriebe mit durchschnittlich 120 Arbeitnehmern. Die Kurzarbeit bewegte sich damit auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm weiterhin zu. Damit wurde in 2018 ein Höchststand von 176.073 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht. Im Vergleich zu den Steigerungen der Vorjahre (3.336 Personen von 2016 auf 2017) sogar mit 4.436 Personen überproportional. Die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften und die unserem Arbeitgeberservice gemeldeten Arbeitsstellen war ungebrochen hoch. Der Bestand von aktuell 5.320 noch zu besetzenden Stellen liegt mit 13,9 Prozent erneut über dem Wert des Vorjahres. Der Stellenbestand erreichte damit den höchsten Jahresendwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000.

Regionaler Vergleich:

– Agenturbezirke: Die Arbeitslosenquote lag in der Region Main-Rhön (entspricht dem Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt) im Jahresdurchschnitt bei 2,8 Prozent. Dieser Wert lag besser als der bayerische Durchschnitt von 2,9 Prozent, aber um 0,1 Prozentpunkte höher als der Durchschnitt in Unterfranken mit 2,7 Prozent. Im Bund lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent. In ganz Franken hatten die Agenturbezirke Nürnberg mit 4,6 Prozent und Bayreuth-Hof mit 3,7 Prozent die höchsten Quoten. Niedriger als in Schweinfurt war in Franken die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Würzburg mit 2,4 Prozent. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten in Bayern verzeichneten Freising und Donauwörth mit 1,9 Prozent sowie Ingolstadt mit 2,0 Prozent.

Städte und Landkreise:

Im Bezirk der Regionaldirektion Bayern verzeichneten mit Eichstätt (1,3 Prozent), Pfaffenhofen (1,6 Prozent), Donau-Ries (1,7 Prozent), Erding und Dillingen an der Donau sowie Unterallgäu (1,8 Prozent), Günzburg und Ebersberg sowie Neuburg-Schrobenhausen (1,9 Prozent) neun Landkreise Bayerns eine Eins vor dem Komma. Die höchsten Arbeitslosenquoten aller Kreise und kreisfreien Städte in Bayern hatten die Stadt Hof mit 5,8 Prozent, die Stadt Schweinfurt mit 5,6 Prozent, die Stadt Nürnberg mit 5,4 Prozent sowie die Stadt Weiden mit 5,2 Prozent. Im Agenturbezirk Schweinfurt lag die Stadt Schweinfurt bei einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. In den Landkreisen Bad Kissingen lag diese bei 2,9 Prozent, in den Hassbergen und in Rhön-Grabfeld bei 2,4 Prozent sowie bei 2,3 Prozent im Landkreis Schweinfurt.

– Vorjahresvergleich:

Im Vergleich zum Vorjahr war der Jahresdurchschnitt bei der Arbeitslosenquote auf Bundesebene um 0,5 Prozentpunkte niedriger (von 5,7 auf 5,2 Prozent). In Bayern fiel sie um 0,3 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent, in Unterfranken fiel sie ebenfalls um 0,3 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Im Bezirk der Schweinfurter Arbeitsagentur fiel der Wert um 0,4 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

Jahresverlauf:

Der Jahresverlauf der Arbeitslosenquote in der Region Main-Rhön war im Jahr 2018 geprägt von einem stetigen Rückgang. Das Jahr startete im Januar mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent. Im weiteren Verlauf sank diese im Mai sowie auch im Juni auf 2,6 Prozent. Einzig in der Ferienzeit August wurde ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3,0 Prozent verzeichnet. Bereits im September, mit 2,8 Prozent, nahm die Arbeitslosenquote ihren positiven Jahresverlauf wieder auf. Dieser wurde mit 2,7 Prozent im Oktober wie im November fortgesetzt. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im Dezember schloss ein stabiles, wie auch positives Jahr ab.

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt:

Auch ein stabiler Arbeitsmarkt bedeutet nicht, dass der Markt statisch ist. Es gibt immer wieder Fluktuation: Arbeitnehmer verlieren ihren Arbeitsplatz, andere können ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auch aus anderen Gründen wie einer Krankheit oder einer Fortbildung melden sich Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab und wieder an. 28.934 Arbeitnehmer mussten sich in 2018 erstmals oder erneut arbeitslos melden. Dies waren 2.039 Menschen bzw. 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug konnten 28.953 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dies waren 3.290 Menschen bzw. 10,2 Prozent weniger als in 2017. Damit bewegten sich die Zahlen weiterhin auf einem hohen Niveau.

Die positive Beschäftigungsentwicklung setzte sich fort – Zahl der Erwerbstätigen erreichte Rekordstand

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (SvB) in der Region stieg auf ein Rekordhoch. Die Beschäftigung war auf 176.073 sozialversicherungspflichtige Personen im Vergleich zum Vorjahr, um 4.436 Personen (2,6 Prozent) gestiegen. Nach Personengruppen verteilt, stieg die Beschäftigung der Männer, um 2.839 Personen (3,0 Prozent) auf 98.375 und die der Frauen um 1.597 Personen (2,1 Prozent) auf 77.698. Ebenso stieg die SvB der 164.957 deutschen Staatsangehörigen, um 2.478 Personen (1,5 Prozent) sowie die der 11.078 ausländischen Mitbürger um 1.944 Personen (21,3 Prozent) an. Der Anstieg von 2,6 Prozent der SvB verteilte sich auf 3.239 Beschäftigungsverhältnisse in Vollzeit auf 128.208 und auf 1.197 in Teilzeit auf 47.865. Einen Teilzeitarbeitsplatz hatten 27,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das Beschäftigungswachstum fand insbesondere bei den älteren Beschäftigten statt. Jüngere Personen waren beim Wachstum eher schwach vertreten. In der Altersgruppe der 15 bis 25-Jährigen war ein Anstieg um 336 Personen (1,7 Prozent) auf 20.448 SvB, bei den 25 bis 55-Jährigen um 1.988 Personen (1,7 Prozent) auf 118.420 SvB sowie bei den 55-Jährigen und älteren um 2.000 Personen (5,8 Prozent) auf 36.204 SvB zu verzeichnen. Die Steigerung bei den älteren Beschäftigten ist in erster Linie Ausdruck der demografischen Entwicklung. Immer mehr geburtenstarke Jahrgänge erreichen diese Altersgruppe.

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet gab es die stärksten absoluten Beschäftigungszuwächse im verarbeitenden Gewerbe mit 2.027 Personen (3,5 Prozent), gefolgt von dem Bereich Lager/Logistik mit 761 Personen (11,0 Prozent) sowie im Gesundheitswesen mit 603 Personen (3,0 Prozent). Im Gegenzug hatten die Branchen sonstige Dienstleistungen und die privaten Haushalte mit minus 212 Personen (5,5 Prozent), Erziehung und Unterricht mit minus 146 Personen (2,6 Prozent), ebenso der Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbereich um minus 129 Personen (3,2 Prozent) Beschäftigungsrückgänge zu verzeichnen.

Betrachtet man die Veränderungen der SvB innerhalb der letzten fünf Jahre nach den Qualifikationen der Beschäftigten, so erkennt man, dass der nominal größte Anstieg von 12.554 Personen (10,9 Prozent) bei den 127.054 Beschäftigten mit anerkanntem Berufsabschluss lag. Die Gruppe mit akademischen Abschluss nahm ebenfalls im vorgenannten Zeitraum um 4.698 Beschäftigte (39 Prozent) auf 16.620 Beschäftigte zu. Die Gruppe derer ohne Berufsabschluss stieg in den letzten fünf Jahren um 2.143 Personen (11,7 Prozent) auf 20.340 Beschäftigte an.

Die Nachfrage der Betriebe nach Arbeitskräften stieg im Jahr 2018 weiter deutlich an.

Im Jahresdurchschnitt lag der Bestand 2018 mit 5.320 Stellen um bemerkenswerte 13,9 Prozent über dem Vorjahreswert mit 4.672 Stellen. Erstmals wurde die 5.000er-Schwelle im Jahresdurchschnitt durchbrochen. Im Februar wurden erstmals über 5.000 offene Stellen, mit einem Stellenbestand von 5.061, gezählt. Mit 5.492 Stellen war der Oktober der Monat im Jahresverlauf mit dem höchsten Stellenbestand. Im Vergleich dazu, wurde in 2017, die 4.000er-Schwelle als Jahresendwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000 erstmals überschritten. Das Anwachsen des Bestandes an unbesetzten offenen Stellen verdeutlicht, dass es immer schwieriger wird, den Betrieben zeitnah geeignete Fachkräfte zu vermitteln. Der Jahressumme an Stellenzugängen in Höhe von 11.141 standen 10.973 Stellenabgänge gegenüber. Besonders begehrt waren im letzten Jahr Fachkräfte aus den Branchen des verarbeitenden Gewerbes, aus dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Handel und der Instandhaltung bzw. Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Menschen mit Fluchthintergrund kommen zunehmend am Arbeits- und Ausbildungsmarkt an

Eine zunehmende Anzahl geflüchteter Menschen hatte im Jahr 2018 Integrations- und Qualifizierungskurse absolviert und stand so dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Im Jahresdurchschnitt wurden in der Region Main-Rhön 628 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das waren 9 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Den weitaus größten Anteil hatten dabei Menschen aus Syrien (408 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (80 Personen), Menschen aus dem Irak, Iran sowie Somalia (jeweils 13 Personen) und Menschen aus Eritrea (4 Personen). Zwei Drittel der geflüchteten Menschen waren männlich. Knapp die Hälfte der Menschen mit Fluchthintergrund war im Alter von unter 35 Jahren (47 Prozent). Rund 80 Prozent der Menschen mit Fluchthintergrund verfügten über keine abgeschlossene Berufsausbildung, über eine abgeschlossene Berufsausbildung 6,3 Prozent bzw. über einen akademischen Abschluss verfügten 8,7 Prozent der geflüchteten Menschen. Bei diesem Personenkreis beschreibt der durchschnittliche Bestand an Arbeitslosen die Situation nur teilweise, da viele der geflüchteten Menschen immer noch an Integrationskursen bzw. Qualifizierungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter teilnehmen und damit vorübergehend nicht als arbeitslos gezählt werden. So nahmen an Integrationskursen durchschnittlich 560 Menschen mit Fluchthintergrund teil. Im Jahr 2018 konnten insgesamt 614 Menschen mit Fluchthintergrund eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. 2017 waren 320 Menschen aus nichteuropäischen Asyl Herkunftsländer beschäftigt. Ziel muss es sein, möglichst viele der geflüchteten Menschen zu Fachkräften zu qualifizieren. Hoffnungsträger sind dabei insbesondere die jungen Menschen mit Migrationshintergrund, welche hier eine allgemeine Schulausbildung und eine anschließende Berufsausbildung durchlaufen.

Die Unterbeschäftigung ist zum wiederholten Male deutlich gesunken

Die Bundesagentur für Arbeit führt seit Jahren eine Statistik zur Unterbeschäftigung, um auch die Effekte von Förderleistungen beschreiben zu können. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch nicht als arbeitslos geltende Personen abgebildet, z.B. Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik, einschließlich der Integrationskurse. Diese Personen gelten zwar nicht als arbeitslos, aber ihnen fehlt ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Die auf dieser Basis errechnete Unterbeschäftigungsquote ist vom Jahr 2017 von 4,7 Prozent auf 4,1 Prozent in 2018 gesunken. Einerseits hat sich die Zahl der jahresdurchschnittlichen Arbeitslosen um 782 reduziert, andererseits haben 550 Menschen weniger an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und an Integrationskursen teilgenommen.

Arbeitsschwerpunkte der Agentur für Arbeit im Jahr 2018 und im gerade begonnen Jahr 2019: Die im Geschäftsplan für 2019

festgelegten Schwerpunkte entsprechen weitgehend denen des Jahres 2018. Die Kernpunkte ergeben sich dabei aus der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung. Als ein Schwerpunkt steht weiterhin die Linderung bzw. Abfederung des Fachkräfteengpasses im Fokus: • Ein besonderes Augenmerk wird auf die Beratung von Kunden ohne Berufsabschluss gelegt. Sie werden unter Berücksichtigung ihrer Talente beraten, um einen möglichst qualifizierten Abschluss zu erhalten. Dadurch werden die Chancen auf einen Arbeitsplatz deutlich erhöht und der Wirtschaft stehen mehr Fachkräfte zur Verfügung. Auch eine Aus- und Weiterbildung während einer Beschäftigung wird unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt und gefördert.

• Arbeitslose Kunden, aber insbesondere auch interessierte Arbeitssuchende, werden in Informationsveranstaltungen ausführlich über die Möglichkeiten einer Beschäftigung in den sogenannten Engpassberufen beraten (z. B. Chancen im Gesundheitsbereich).

• Bereits während der Kündigungsfrist werden intensive Beratungsgespräche geführt und eine hohe Kontaktdichte mit den Kunden gepflegt, um die Arbeitslosigkeit gar nicht entstehen zu lassen und diese Arbeitnehmer rasch wieder dort einmünden zu lassen, wo entsprechende Kräfte benötigt werden.

• Über das Netzwerk „Familienorientierte Personalpolitik“ können sich die Arbeitgeber über die Möglichkeiten der (Weiter-)Beschäftigung von Mitarbeitenden mit Familienpflichten informieren und in Arbeitskreisen über ihre Erfahrungen und bereits getroffenen Maßnahmen austauschen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Unterstützung von Familien mit Kindern, sondern auch auf möglichen Hilfen bei der Notwendigkeit der Betreuung älterer Angehöriger.

• Durch eine umfassende Präsenz der Berufsberater/-innen an allen Schulen soll der Übergang Schule – Beruf für jeden einzelnen Jugendlichen individuell gestaltet werden.

• Zeitgemäße Nutzung der Digitalisierungsmöglichkeiten im Interesse unserer Kunden/-innen (Internetangebote z. B. Antragsstellung online, Arbeitssuchendmeldung online, Veränderungsanzeigen online). Durch diese Angebote wird auch der große zweite Schwerpunkt, die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, stark unterstützt. Das Thema Inklusion, also die Verbesserung der Beschäftigungschancen schwerbehinderter Menschen, ist und bleibt eine Kernaufgabe der Agentur für Arbeit auch im Rahmen des neuen Bundesteilhabegesetzes. Nicht zuletzt wird im Jahr 2019 die Betreuung und Integration der Menschen mit Fluchthintergrund eine große Rolle spielen. Hier ist die Zusammenarbeit und Koordination mit vielen Stellen erforderlich.

Methodische Hinweise

Daten zu Personen im Kontext von Fluchtmigration:

• Liegen in der Arbeitslosenstatistik, Grundsicherungsstatistik und Förderstatistik seit Juni 2016 vor.

• Im Juli 2016 begann die Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit der Berichterstattung über Bewegungen (Zu- und Abgänge) von Personen im Kontext von Fluchtmigration, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos gemeldet sind. Der Vergleich zum Vorjahreszeitraum kann daher erst ab Juli 2018 ausgewiesen werden.

• In der Beschäftigungsstatistik werden auch weiterhin Auswertungen zu Geflüchteten nicht möglich sein, weil in den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung, die die Grundlage der Beschäftigungsstatistik bilden, keine Informationen zum Aufenthaltsstatus enthalten sind.

• Auf Bundesebene zeigt sich eine hohe Übereinstimmung zwischen den „Personen im Kontext von Fluchtmigration“, die über ihren Aufenthaltsstatus definiert werden, und Personen aus den 8 nicht-europäischen Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Daher fokussiert die Berichterstattung der BA-Statistik diese 8 nicht-europäischen Staaten und bezeichnet sie als „Asylherkunftsländer“.

Es gibt aber auch Personen aus diesen 8 nicht-europäischen Staaten, die schon lange in Deutschland leben und arbeiten. Die Entwicklungen im Zeitverlauf bei Personen aus diesen 8 Staaten – insbesondere seit Spätsommer 2015 – stehen jedoch in engem Zusammenhang mit der aktuellen Fluchtmigration.

Werbeanzeigen

Ersten Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.