Zentralstelle Cybercrime Bayern und Bundeskriminalamt nehmen mutmaßliche Darknet-Drogenhändler fest

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Haftbefehle gegen zwei mutmaßliche Drogenhändler
aus dem Raum Regensburg erwirkt. Die Drogen sollen auf einem Handelsplatz im
Darknet bestellt worden sein.
Bereits am vergangenen Wochenende konnten die Staatsanwälte der bei der Generalstaatsanwaltschaft
Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern und Ermittler des
Bundeskriminalamtes nach aufwändigen Ermittlungen zwei Männer aus dem Raum Regensburg
festnehmen, die sich über das Darknet mit erheblichen Mengen Methamphetamin
eingedeckt haben sollen, um dieses dann weiter zu veräußern.
Der 25-Jährige aus dem Landkreis Regensburg und der 33-Jährige aus dem Landkreis Kelheim
sollen in insgesamt drei Fällen auf einem Darknet-Handelsplatz erhebliche Mengen
Methamphetamin („Crystal Meth“) im Ausland bestellt haben. Die Betäubungsmittel waren
zumindest in einem Fall in Kerzen eingehüllt und bei der Versendung als „Sojawachs und
Kerzen“ deklariert worden. Insgesamt geht es um eine Bestellung im August 2018 über 100
g Metamphetamin und um zwei Bestellungen im September 2018 über jeweils 500 g Methamphetamin.

Da die Bestellungen der Beschuldigten vom Verkäufer auf dem Darknet-Handelsplatz nicht
vollständig oder nicht zeitgerecht ausgeführt wurden, sollte – als Ausgleich – eine weitere
Versendung mit 200 g der Droge erfolgen. Durch die Beschuldigten war zudem geplant, im
Erfolgsfalle ein weiteres Kilogramm bei dem Verkäufer zu ordern. Den Beschuldigten war
dabei nicht bekannt, dass die Ermittler bereits Kenntnis von der Kommunikation mit dem
Verkäuferaccount auf der Plattform hatten. In Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden
konnte ein präpariertes Paket mit der mutmaßlichen Betäubungsmittellieferung auf
den Weg gebracht werden. Der 33-jährige Niederbayer wurde noch bei der Öffnung des
Pakets durch Spezialkräfte des BKA festgenommen, der 25-jährige Oberpfälzer am Folgetag
durch Beamte der KPI Regensburg. Im Zuge weiterer Ermittlungen wurden am Arbeitsplatz
der beiden Beschuldigten zusätzlich knapp 200 g Methamphetamin sichergestellt.
Beide Beschuldigten wurden dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Regensburg vorgeführt,
der jeweils auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Haftbefehl wegen
Flucht- und Verdunkelungsgefahr erließ. Die Beschuldigten befinden sich seitdem in unterschiedlichen
Justizvollzugsanstalten. Ihnen liegen jeweils drei Fälle der gemeinschaftlichen
unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und des gemeinschaftlichen
unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last.

Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren bis zu 15 Jahren vor. Ein beachtlicher
Teil der in die Bundesrepublik eingeführten Betäubungsmittel konnte sichergestellt
werden.

 

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle
Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung
herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit
mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei oder des Bundeskriminalamts
und mit internationalen Partnern z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige
oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch
dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich
der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der
Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig: Sie reichen von Hackerangriffen über
Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und
Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie im
Darknet. Seit dem 1. August 2018 ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem für herausgehobene
Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig. Derzeit sind zwölf Staatsanwältinnen
und Staatsanwälte bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig. Zum Jahresbeginn
2019 werden es 14 sein.