Werte durch Leichtathletik wiederfinden

„So viel Engagement für eine solche Sache innerhalb so kurzer Zeit habe ich noch
nie erlebt.“ Heidrun Laschka, ehemalige Stadträtin und Schweinfurter Sporturgestein,
ist sichtlich beeindruckt von dem, was die 14 weiteren Gründungsmitglieder
gemeinsam mit ihr auf die Beine gestellt haben.
„Wir wollen die Leichtathletik nicht neu erfinden, werden sie aber systematisch mit
Elementen der Jugendbildung und -förderung verknüpfen.“ Marco Gößmann-Schmitt,
Sportlicher Leiter und einer der zwei Vorstände des neugegründeten Track & Field
Clubs Mainfranken (TFC), trägt entschlossen die Ziele des Vereins vor und sein
Kollege Sebastian Bauer ergänzt: „Wir wollen zeigen und vorleben, dass Werte und
Ideale wie Verbindlichkeit, Disziplin und Authentizität durchaus in den heutigen
Zeitgeist passen, denn wir nehmen eine immer größer werdende gesellschaftliche
Sehnsucht danach wahr.“ Und man kann dem neuen Verein durchaus Wirkung
zutrauen: Während Gößmann-Schmitt, der als lizenzierter A-Trainer bereits
hauptberuflich als Landestrainer Sprint für ganz Bayern tätig war, die Qualität der
Sportbetriebe verantwortet, liegt die Geschäftsleitung in der Hand von Bauer, der
bereits seit zehn Jahren für den Idealverein für Sportkommunikation und -bildung
(ISB) sportliche Strukturen lokal und auch überregional erneuert und wirksam
optimiert. Zwei ausgemachte Experten auf ihren Gebieten lenken also die Geschicke
der gemeinnützigen Körperschaft.

Fasziniert verfolgt der Grandseigneur des Schweinfurter Sports und BLSV-Kreischef Dr. Kurt Vogel die
Präsentation, applaudiert vernehmbar den Plänen eine Sportabzeichengruppe einzurichten und bringt
seine Freude über die jungen Engagierten zum Ausdruck. „Ich sehe viele junge Menschen, und dieses
Engagement gefällt mir sehr.“ Und in der Tat: Mit einem Altersmedian von gerade einmal 29 Jahren ist klar
erkennbar, dass es im Track & Field Club (TFC) Mainfranken in erster Linie um junges Engagement und
frische Ideen geht.
Was einen Trackster von einem Leichtathleten unterscheidet
Und dass insbesondere die jungen Sporttreibenden mitgenommen werden, erkennt vor allem die
Sprecherin der Jugendvertretung Sophie Dettweiler als ihre Aufgabe. Die 18-jährige Schülerin erklärt: „Wir
bilden, fördern, aber fordern natürlich auch. Das ist aber nicht nur die Aufgabe der Trainer, sondern von
allen Akteuren im Verein. Gerade junge Menschen können und sollen mitwirken und unseren
gemeinsamen Weg mitbestimmen.“
Trackster nennen sich die Gründungsmitglieder und sind sichtlich stolz darauf, dass ihnen mehr als nur das
Betreiben einer Sportart wichtig ist. „Es geht nicht nur darum eine schöne Homepage und ein paar
wohlklingende Worte miteinander zu verknüpfen. Wir wollen Werte vorleben.“ Meike Paulick, 21-jährige
Studierende der Medienkommunikation wird sich um die Außendarstellung des Vereins kümmern. Um
hippe Begriffe geht es jedoch keineswegs, ist doch der Trackster-Begriff neben dem Vereinsnamen der
einzige, wohlgewählte Anglizismus.
Integration im Rahmen standortübergreifenden Sporttreibens
Die Gründungsmitglieder haben sich nämlich nach intensiver Diskussion einstimmig für die
englischsprachige Namensgebung in Kombination mit dem Verweis auf die mainfränkische Region
entschieden. „Das für alle überzeugendste Argument war neben der Coolness der Fakt, dass wir in einer
Zeit leben, in der unsere Leichtathletik auch attraktiv für diejenigen sein soll, die noch nicht so gut deutsch
sprechen können“, erklärt Gößmann-Schmitt. „Wir sehen uns als beste erste Adresse für alle, die den
Wunsch hegen, wertige Leichtathletik in unserer Region gemeinschaftlich zu gestalten.“
Doch warum gleich die ganze Region Mainfranken? Eine Gruppe erfolgreicher Nachwuchssportler trainiert
seit sechs Jahren nach Konzept des Sportlichen Leiters in Würzburg, darunter die Karlstädterin Naomi
Hemmelmann, mehrfache Bayerische Meisterin und schnellste unterfränkische Sprinterin, oder die
Deutsche Jugendmeisterin im Berglauf Alma Goller aus Kitzingen. Begleitet wird das Team durch
hochengagierte Übungsleitende und Mediziner aus Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt; gemeinsam
hat man seine sportliche Heimat nun mit Sitz in Schweinfurt gefunden. „Bisher existiert an diesem Standort

jedoch nur eine kleine Laufgruppe“, berichtet Geschäftsleiter Bauer und ergänzt grinsend: „Der gesamte
Vorstand macht bereits mit.“ Ab Frühjahr 2019 wird dann systematisch damit begonnen, die
Nachwuchsarbeit in Würzburg und Schweinfurt zu etablieren. „Insgesamt wird also für den gesamten
mainfränkischen Raum einiges zu erwarten sein“, resümiert Gößmann-Schmitt und verweist auf den
Newsletter, in den sich Interessierte eintragen können.
Mehr Informationen unter http://www.tfc-mainfranken.de

(Foto: Gößmann-Schmitt)