Über 500 Ehrenamtliche in diakonischem Einsatz

Diakonie Schweinfurt zum internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember

Offene Behindertenarbeit, Demenzgruppen, Flüchtlingshilfe, die Einsatzgebiete der freiwillig Engagierten sind groß. Keine Spur von Müdigkeit zeigt die Gesellschaft in ihrem Einsatz dort, wo mehr Hilfe nötig ist, als staatlich oder hauptamtlich möglich ist, erklärt Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, Vorstand der Diakonie Schweinfurt. Wir bieten gerne eine Plattform und einen gesicherten Rahmen für die vielen Menschen, die sich nicht zufrieden geben mit eigenem Wohlstand und guter Gesundheit, so Keßler-Rosa weiter aus Anlass des internationalen Gedenk- und Aktionstages, den die UN im Jahr 1985 beschlossen hat. Die Diakonie hat vor 12 Jahren begonnen, systematisch die Weiterentwicklung und Einbindung des Ehrenamtes in ihren Diensten zu gestalten. Ein Hauptamtlicher bekam den Auftrag, sich mit den Chancen und Risiken der Ausbildung und Begleitung von Frauen und Männern zu beschäftigen. Es wurden Unterlagen zusammengetragen über die Motive und Bedürfnisse von engagierten Menschen und ebenso ausgewertet, wie die Rahmenbedingungen, wie Versicherungen, Aufwandsentschädigung, Anerkennungskultur u.v.m.

So entstand 2010 auf Initiative und Vorarbeit von Uwe Kraus, dem Leiter Soziale Dienste der Schweinfurter Diakonie, die Ehrenamtsakademie, die seitdem in über 200 Veranstaltungen tausende Engagierte in Diakonie, Kirche und gemeinnützigen Aktivitäten erreicht hat. Dadurch bekamen die bereits bestehenden Einsätze neuen Schwung und oftmals auch die so wichtige Wertschätzung.

Inzwischen zählt die Liste der freiwillig Aktiven über 500 Namen in den verschiedensten Arbeitsbereichen. In der Arbeit mit psychisch Kranken ebenso wie in der Flüchtlingshilfe werden Klienten in der Freizeit begleitet und im Umgang mit Behörden unterstützt, in der Offenen Behindertenarbeit wird die Inklusion durch Ehrenamtliche gelebt und in der Altenhilfe werden Nachmittage für Demenzkranke mitgestaltet. Einzelne Patenschaften sind genauso realisiert wie die Hausaufgabenhilfe im Mehrgenerationenhaus.

Wer sind diese Ehrenamtlichen? Wer hat denn heute noch Zeit? Jeder Vierte über 14 Jahre berichtete das Handelsblatt bereits vor 5 Jahren, und macht damit deutlich, welche Bedeutung das Ehrenamt für das Zusammenleben und auch für die Entwicklung unseres Landes hat. In Schweinfurt merken wir das täglich, schwärmt Keßler-Rosa, und berichtet von der 18jährigen Auszubildenden und dem 70jährigen Rentner, die mit gleicher Begeisterung aktiv sind. Nicht selten sind es aber auch Menschen, die mitten im Berufsleben stehen und sagen: „Mir ist es immer gut gegangen, dafür bin ich dankbar und ich möchte etwas zurückgeben von meinem Glück.“

Das „Geheimnis“ für erfolgreiches Ehrenamt lüftet Kraus, wenn er berichtet, dass jede und jeder, der freiwillig engagiert ist, auch eine hauptamtliche Ansprechperson hat, und dass regelmäßige Treffen zum Fachgespräch und zum freundschaftlichen Austausch dazu gehören. Vor Beginn des Einsatzes gibt es ein Kennenlernen und eine Vorbereitung, eventuell auch den Hinweis, dass ein anderes Einsatzgebiet passender wäre. Bei Problemen gibt es ein Auswertungsgespräch und falls nötig auch mal die Beendigung eines Engagements. Alles erfolgt auf Augenhöhe, das ist der Diakonie wichtig, denn jede und jeder hat eigene Fähigkeiten, Kenntnisse und Lebenserfahrung – und das ist gut so.