Der Arbeitsmarkt im November 2018

Der Arbeitsmarkt bleibt im November auf Kurs

Der auslaufende Herbstaufschwung hatte nochmals zu einem guten Ergebnis auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön geführt. Unsere Region profitierte im November weiterhin von der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung. Es waren 6.672 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies waren 8 Menschen mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote* erreichte erstmals in einem November 2,7 Prozent. Die Quote lag im Vormonat ebenfalls bei 2,7 Prozent. Im Vorjahr lag das Niveau der Arbeitslosigkeit geringfügig höher. Damals wurden 79 Menschen mehr Arbeitslose gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 2,8 Prozent. Von der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt konnte die Personengruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren profitieren. Im Vergleich zum Vormonat hat sich diese Anzahl um 70 auf 635 arbeitslose Jugendliche reduziert. „Alle uns gemeldeten Jugendlichen werden von unserer Agentur für Arbeit intensiv unterstützt. Das gilt für die Bewerber um einen Ausbildungsplatz, um möglichst noch bis Jahresende eine Berufsausbildung zu finden, und für Ausbildungsabsolventen auf der Suche nach einer Anschlussarbeitsstelle. Zu dieser Unterstützung zählt, neben der individuellen Beratung und der Unterbreitung von Vermittlungsvorschlägen, auch die Hilfe bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen oder ein Bewerber-Coaching zu Vorstellungsgesprächen. Darüber hinaus finden Aktionen wie Ausbildungsbörsen oder –messen statt“, teilt Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, mit.

Die Arbeitslosenzahlen nach Regionen:

Arbeitslose Arbeitslosen- Veränderung in %-Punkten

Anzahl absolut Quote zum Vormonat zum Vorjahr

AA Schweinfurt 6.672 2,7 % +/- 0,0 – 0,1

Stadt Schweinfurt 1.542 5,5 % + 0,1 – 0,1

Lkr. Schweinfurt 1.433 2,1 % – 0,1 – 0,1

Lkr. Bad Kissingen 1.570 2,7 % – 0,1 – 0,1

Lkr. Rhön-Grabfeld 1.003 2,2 % +/- 0,0 – 0,1

Lkr. Haßberge 1.124 2,3 % + 0,1 +/- 0,0

 

Die Unterbeschäftigungsquote sank im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent

Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die Unterbeschäftigung. Diese beinhaltet neben den arbeitslosen Menschen beispielsweise auch Personen in Weiterbildungen sowie Selbständige, die mit einem Gründungszuschuss gefördert werden und daher nicht als arbeitslos gelten. Sie vermittelt damit einen umfassenderen Eindruck über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Auch unter diesem Blickwinkel hat sich die Situation verbessert. 9.807 Menschen waren im November von Unterbeschäftigung betroffen, das waren 21 mehr als im Oktober und 789 Personen weniger als im November 2017. Die Unterbeschäftigungsquote lag im November 2018 bei 3,9 Prozent unverändert zum Vormonat, im Vorjahr lag diese noch bei 4,3 Prozent. Im Zusammenhang mit der Betrachtung der Unterbeschäftigung wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in Sprach- und Integrationskursen gelegt. Diese ist im Vergleich zum Vormonat um 37 auf 698 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Teilnehmer um 349 deutlich gesunken.

Kurzarbeit unverändert auf einem sehr niedrigen Niveau

Die Zahl der Betriebe bzw. Abteilungen, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, blieb gegenüber dem Oktober unverändert bei 14 Betrieben. Die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer sank um 22 auf 107 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr bewegten sich die Zahlen auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Im November 2017 waren 9 Betriebe bzw. Abteilungen mit 38 Beschäftigten betroffen.

Die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund nahezu unverändert

Im November wurden in der Region Main-Rhön 588 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach 8,8 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vormonat waren 5 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund mehr gemeldet. Den weitaus größten Anteil bildeten Menschen aus Syrien (374 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (72). Knapp zwei Drittel (63 Prozent) der arbeitslosen, geflüchteten Menschen sind männlich. Rund die Hälfte des Personenkreises (47 Prozent) ist jünger als 35 Jahre.

„Es lohnt sich für die Arbeitgeber Menschen mit Fluchthintergrund, als potenzielle Arbeitskräfte in Betracht zu ziehen. Arbeit ist mehr als Geldverdienen, sie ist eine Eintrittskarte für die Integration in die Gesellschaft. Wer eine Chance bekommt, ist ganz oft besonders motiviert und engagiert“, gibt Stelzer zu bedenken, „vielfältige Fördermöglichkeiten können helfen, Anlaufschwierigkeiten abzufedern und die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern“.

 

Ungebrochene Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im November weiterhin sehr hoch. Im Berichtsmonat nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 954 neue Stellenangebote an. Das waren 119 Stellenzugänge oder 14,3 Prozent mehr als im Oktober. Jobsuchende konnten in diesem Monat auf einen Bestand von 5.435 freien Stellen zurückgreifen. Dies waren 57 Stellen weniger als im Vormonat allerdings 300 mehr als im November 2017. In den letzten fünf Jahren hat sich der Bestand der offenen Stellen deutlich nach oben entwickelt. Im November 2013, also noch vor fünf Jahren, wurden lediglich rund 40 Prozent (2.276 offenen Stellen) des aktuellen Stellenbestandes gezählt. Vor drei Jahren waren es rund 55 Prozent (3.000 offene Stellen), vor zwei Jahren waren es knapp 75 Prozent (4.073 Stellen) und vor einem Jahr rund 95 Prozent (5.135 gemeldete Stellen) des heutigen Stellenbestandes.

Jedoch konnte die kontinuierlich steigende Nachfrage nicht immer im gewünschten Zeitrahmen bedient werden. So blieben die gemeldeten Stellen noch im November vor fünf Jahren im Schnitt 129 Tage unbesetzt. Vor zwei Jahren suchten die Arbeitgeber durchschnittlich 171 Tage, vor einem Jahr 194 Tage und aktuell im November durchschnittlich 223 Tage nach dem passenden Bewerber für ihre ausgeschriebene Stelle.

Das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen hat sich im gleichen Zeitraum ebenso fast kontinuierlich verringert. Noch im November vor fünf Jahren kamen 3,5 Arbeitslose auf eine unbesetzte Stelle. Vor zwei Jahren waren dies 2,0 arbeitslose Personen, vor einem Jahr 1,3 Arbeitslose und aktuell im November befand sich die regionale Arbeitslosen-Stellen-Relation mit 1,2 Arbeitslosen je offener Stelle auf dem niedrigsten Wert. „Mit dieser Entwicklung geht einher, dass Betriebe infolge der sinkenden Zahl an Arbeitslosen zunehmend um bereits beschäftigte Arbeitskräfte konkurrieren. Diese Anspannung auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich auch darin, dass Stellen länger als geplant unbesetzt bleiben“, so Stelzer.

 

 

Der Arbeitsmarkt zieht nochmal an

Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) meldete, dass das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November zum dritten Mal in Folge anstieg. Im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 104,5 Punkte. Der Arbeitsmarktaufschwung setzte sich laut IAB damit fort.

„Der starke Arbeitsmarkt ist gerade bei weltwirtschaftlichen Turbulenzen die wichtigste Stütze der Binnenkonjunktur. Auch sinkt die Arbeitslosigkeit vor allem, weil immer weniger entlassen wird. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitskräfteknappheit würden die Betriebe sich Beschäftigte sichern und Jobwechsel fänden immer öfter direkt ohne den Weg über die Arbeitslosigkeit statt“, fasst ein Experte des IAB-Forschungsbereichs die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt zusammen.

Eine Vorschau auf die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes ist auf Basis der Frühindikatoren (dies sind u.a. Stellenmeldungen und die Inanspruchnahme von Kurzarbeit) möglich. Auf der einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen hat das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) das IAB-Arbeitsmarktbarometer entwickelt, das als Mittelwert einer Arbeitslosigkeits- und Beschäftigungskomponente einen umfassenden Arbeitsmarktausblick gibt. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechter Ausblick) bis 110 (sehr guter Ausblick).

 

Bildquelle: Agentur für Arbeit