Förderbescheid für Green-City Plan: Digitalisiert dem Stickstoff an den Kragen

„Umweltorientiertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (UVM)“ hinter
diesem Schlagwort verbergen sich zahlreiche Komponenten.

Ziel des UVM ist, die NO2-Belastung in der Innenstadt, insbesondere an
den Straßenabschnitten mit Grenzüberschreitungen nachhaltig zu senken.
Ein Herzstück des Würzburger Green-City Plans also, den der Stadtrat
bereits im Juli verabschiedet hat.

Durch die Vernetzung von Umwelt- und Verkehrsdaten will man künftig an
ausgemachten Straßenabschnitten den Grenzwertüberschreitungen auch mit
angepassten Ampelschaltungen begegnen. Belastungsspitzen werden durch
Verkehrsdrosselung reduziert um dauerhaft den Jahresmittelwert von 40
µg/m³ dauerhaft einzuhalten. Darüber hinaus soll die Verkehrsqualität
auf weiteren Straßenabschnitten insbesondere während der Spitzenzeiten
deutlich verbessert werden um damit die NO2-Emissionen des
Straßenverkehrs im gesamten Stadtgebiet nachhaltig zu reduzieren.
Voraussetzung für ein solches UVM ist eine verbesserte Erfassung des
gesamten Verkehrssystems (nahezu in Echtzeit) und ein Monitoringsystem
zur Überwachung der Luftschadstoff- und Lärmbelastung.

Wesentlicher Bestandteil des UVM ist außerdem das Informations- und
Mobilitätsmanagement: Bspw. durch eine transparente und umfassende
Darstellung der Daten für Bürgerinnen und Bürger auf einer digitalen
Informationsplattform werden aktuelle Verkehrsdaten angezeigt. Genauso
wie alternative Verkehrsmittel, die für eine konkrete Route aktuell zur
Verfügung stehen. D. h. geplant ist nicht nur ein neues Leitsystem für
Autos, sondern an gleicher Stelle auch Infos zu ÖPNV, Leihfahrrädern,
Ladestationen oder Fußwegen als sachliche Entscheidungsgrundlage, wie
man am besten einen Weg zurücklegt. So können Pendler und Gäste ihre
Mobilität besser planen, wertvolle Zeit unterwegs einsparen. Durch die
effizienten und nutzerorientierten Informationen soll außerdem ein
Anreiz zum Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel gesetzt werden.

Diese ambitionierte Zukunftsaufgabe des UVM, die der Stadtrat in seiner
Sitzung am 15. November 2018 auf den Weg brachte, wird Geld kosten. Man
rechnet in der nun geplanten Ausbaustufe mit einem Investment von knapp
4 Millionen Euro, die bis 2020 im Haushalt abzubilden sind. In Zeiten
von (Diesel-)Fahrverboten in anderen deutschen Städten fördert der Bund
großzügig solche Maßnahmen und hat hohe Förderprogramme aufgelegt.
Baureferent Benjamin Schneider konnte nun auch im Namen von
Umweltreferent Wolfgang Kleiner, in dessen Haus der Green-City Plan
koordiniert wird. in Berlin einen Förderbescheid aus den Händen des
Bundesver-kehrsministers Andreas Scheuer entgegen nehmen. „Ich freue
mich, dass wir durch die leistungsfähige und netzadaptive Steuerung des
Straßenverkehrs einen wichtigen Schritt gehen um Stickoxide weiter zu
reduzieren und ein Stück mehr gesunde Arbeits- und Lebensverhältnisse in
der Stadt schaffen können“, so Benjamin Schneider.

Im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020“ fördert der Bund
Würz-burgs innovative und vernetzte Schritte gegen
gesundheitsgefährdende NO2-Belastungen in der Innenstadt mit 1,985
Millionen Euro beziehungsweise rund 50 % der Kosten für dieses
Maßnahmenbündel. Eine Digitalisierung der kommunalen Verkehrssysteme
ist die entscheidende Förderrichtlinie.

Bild Förderbescheid
Baureferent Benjamin Schneider nimmt aus den Händen von Bundesminister
Andreas Scheuer den Green-City-Förderbescheid entgegen. Bild: Stadt
Würzburg