Stadt Würzburg nimmt am Bundesprogramm teil „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“

Kinderkrippe, Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderhort oder Tagesmütter? Viele Eltern sind sich aufgrund der Vielfalt der Angebote nicht sicher, welches das richtige für ihr Kind ist. Für Familien mit Flucht- oder Migrationshintergrund sind die Hürden für den Einstieg in die institutionelle Kinderbetreuung noch höher.

Aus diesem Grund nimmt die Stadt Würzburg seit dem Frühjahr 2017 am Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil. Ziel ist, Chancengleichheit auf Bildung, Teilhabe und Integration für alle Kinder zu schaffen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, kultureller und ethnischer Zugehörigkeit sowie sozialem Status der Familie. Zunächst müssen niedrigschwellige Beratungs- und Betreuungsangebote etabliert werden, die den Einstieg für diese Familien erleichtern. Von 2017 bis 2020 werden dafür eine Koordinierungs- und Netzwerkstelle sowie zwei zusätzliche Fachkraftstellen für den Kita-Einstieg geschaffen.

 

Wie funktioniert das Programm?

Durch stetige Vernetzung mit unterschiedlichen Kooperationspartnern innerhalb der Stadt Würzburg, regelmäßigen Austausch mit den Kindertageseinrichtungen sowie die Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen ermittelt die Koordinatorin des Bundesprogramms stetig den Bedarf vor Ort und entwickelt zusammen mit den Fachkräften passgenaue Projekte, die insbesondere Familien erreichen sollen, die bisher nur unzureichend Zugang zur Kindertagesbetreuung erhalten haben. Dies sind u.a. Familien, die neu nach Deutschland gekommen sind und denen das System der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung noch fremd ist, Familien mit schlechten Deutschkenntnissen oder Verständnisproblemen der Abläufe von der Anmeldung bis zur Beantragung von Zuschüssen.

 

Pädagogisch begleitete Angebote in einem fest strukturierten Rahmen sollen den Start in die Kita erleichtern. Die Fachkräfte des Kita-Einstiegs beraten die Eltern und unterstützen bei Bedarf bei der Aufnahme in den Kindergarten. Bisher wurden verschiedene Projekte vor Ort installiert, beispielsweise die Mutter-Kind-Gruppe in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Dürrbachau. Durch enge Kooperation mit der nahegelegenen Kindertageseinrichtungen Heilig Geist kann die Eingewöhnung gut vorbereitet und begleitet werden.

 

Schwerpunkte und Bausteine

Ein Schwerpunkt  des Bundesprogramms liegt in der Information und Aufklärung über das System der frühkindlichen Betreuung, Erziehung und Bildung. Hierzu finden in regelmäßigen Abständen Informationsveranstaltungen für alle interessierten Eltern in den Familienstützpunkten statt. Neben allgemeinen Informationen über den Kindergarten, wird das Elternportal der Stadt Würzburg näher erklärt. Hier können Eltern bei bis zu acht Kindertageseinrichtungen eine Betreuungsanfrage stellen.

 

Soll die Integration in die Kita gelingen, kommen dem Aufnahmegespräch und der Eingewöhnung in die Kindertageseinrichtung große Bedeutung zu. Sprachliche Barrieren jedoch sorgen häufig für Probleme. Im Rahmen des Bundesprogramms können die Kindertageseinrichtungen auf die Unterstützung von Übersetzern zählen. Diese übersetzen das Aufnahmegespräch, bei Entwicklungsgesprächen, erzieherischen Fragestellungen, Anträgen auf Kostenübernahme, etc. Anfordern können die Kitas die Übersetzer kostenlos bei der Stadt Würzburg, dank der Förderung über das Bundesprogramm. Vermittelt werden die Sprachmittler über das Projekt „Willkommen in Würzburg“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

 

Daneben finden regelmäßige Fachgespräche zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch mit den pädagogischen Fachkräften der Kindertageseinrichtungen sowie Fortbildungsveranstaltungen zur interkulturellen Praxis in Kindertageseinrichtungen statt.

 

Neu: die Kita-App

Das neueste Projekt für den Kita-Einstieg ist die Kita App der Stadt Würzburg. Diese wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Wehnes, Institut für Informatik der Universität Würzburg, und Lorenz Pfeifer entwickelt und technisch umgesetzt. Die App beantwortet alle Fragen rund um das Thema Kindergarten in sieben verschiedenen Sprachen. Eltern können sich beispielsweise über die ersten Schritte in die Kita informieren. Eine Besonderheit der App ist die „Vorlesefunktion“. Die Kita-Informationen wurden in den sieben Landessprachen von Schülerinnen der Ursulinen-Schule Würzburg gesprochen und vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen. Die aktuell enthaltenen Sprachen sind deutsch, englisch, französisch, russisch, arabisch, dari und türkisch. Darüber hinaus enthält die App eine Mitmachfunktion zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung.

Im Google Play Store kann die App unter dem Begriff „Kita Würzburg“ kostenlos auf das Handy heruntergeladen werden.

 

Weitere Informationen zum Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ sind auf der Webseite www.fruehe-chancen.de/kita-einstieg zu finden.

 

Ansprechpartnerin:

Analea Zeisberger

Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“

Fachbereich Jugend und Familie

analea.zeisberger@stadt.wuerzburg.de

 

 

BU: Professor Dr. Harald Wehnes und Sozialreferentin Dr. Hülya Düber stellen die Kita-App vor. Diese richtet sich an alle Eltern und soll dabei helfen, den Einstieg in die institutionelle Kinderbetreuung zu erleichtern. Die App ist in sieben Sprachen erhältlich und hat eine Vorlesefunktion. Derzeit ist sie für Android erhältlich, ab Dezember soll sie auch für das iPhone abrufbar sein. Foto: Claudia Lother