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Die Würzburger Universitätsmedizin gedenkt einem Wegbereiter der modernen Urologie

Die Würzburger Universitätsmedizin gedenkt einem Wegbereiter der modernen Urologie

 

Die Würzburger Universitätsmedizin trauert um Prof. Dr. Hubert Frohmüller, der Anfang Oktober dieses Jahres im Alter von 90 Jahren verstarb. Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls für Urologie und Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg entwickelte sein Fach in vielen Aspekten maßgeblich weiter.

Am 5. Oktober dieses Jahres verstarb Prof. Dr. Hubert Frohmüller im Alter von 90 Jahren. „Mit höchstem Respekt und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von diesem großen Arzt, der die Entwicklung der Urologie in Würzburg mehr als zweieinhalb Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Hubert Frohmüller wurde am 13. Mai 1928 in Würzburg geboren und studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Medizin. Seine urologische Facharztausbildung erhielt er im Wesentlichen an der Mayo Clinic in Rochester/USA.

Erster Lehrstuhlinhaber für Urologie in Würzburg

Im Jahr 1965 übernahm er die Leitung der damals noch nicht selbstständigen urologischen Abteilung am UKW. Sechs Jahre später, 1971, richtete die Würzburger Universität einen eigenen Lehrstuhl für Urologie ein – und Prof. Frohmüller wurde der erste Lehrstuhlinhaber sowie Klinikdirektor. Es folgte eine fast 26-jährige, äußerst fruchtbare Tätigkeit in dieser Funktion.

Schon früh erkannte Prof. Frohmüller den hohen therapeutischen Wert einer radikalen operativen Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Im Jahr 1969 führte er die erste retropubische radikale Prostatektomie in Deutschland durch. Hierbei wird die von Krebs befallene Prostata mittels einer offenen Operation durch einen Schnitt am Unterbauch entfernt. Dieses Thema war auch ein Schwerpunkt seiner klinisch ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeit.

Endoskopische Operationsverfahren weiterentwickelt

Darüber hinaus verbesserte Frohmüller auch endoskopische Operationsverfahren. So modifizierte er das Thompson-Resektoskop. Dieses OP-Instrument dient der Entfernung von Prostatagewebe und wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Weiterhin entwickelte Frohmüller einen nach ihm benannten Blasenkatheter.

Zu seinen Leistungen als Operateur zählt eine weitere Premiere: Im Jahr 1984 führte er die erste Nierentransplantation in Würzburg durch.

Rund 300 Publikationen belegen die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Würzburger urologischen Universitätsklinik unter seiner Führung. Aus dieser Schule gingen mehrere Lehrstuhlinhaber und eine Reihe urologischer Chefärzte hervor.

In wissenschaftlichen Kreisen hoch anerkannt

Wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter die Willy-Gregoir-Medaille der European Association of Urology für einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Urologie in Europa, zahlreiche Ehrenmitgliedschaften in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften und seine Wahl in führende Funktionen wissenschaftlicher Organisationen spiegeln die allgemeine Wertschätzung Prof. Frohmüllers wider.

Neben Prof. Ertl zeigte sich auch Prof. Dr. Matthias Frosch, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg, dankbar: „Ob in der Patientenversorgung, Forschung oder Lehre – es war ein absoluter Glücksfall, dass die Würzburger Urologie vom Beginn ihrer Eigenständigkeit an von einem so großen Mann wie Prof. Hubert Frohmüller geformt wurde.“

Bildunterschrift:

Hubert Frohmüller.jpg

Prof. Dr. Hubert Frohmüller war der erste Klinikdirektor für Urologie des Uniklinikums Würzburg.

Bild: privat






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