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Bayerischer Verdienstorden für Prof. Dr. Andreas Warnke

Bayerischer Verdienstorden für Prof. Dr. Andreas Warnke

 

Prof. Dr. Andreas Warnke, der ehemalige Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikums Würzburg, wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

„Sie haben den Schwächsten in unserer Gesellschaft eine hörbare Stimme verliehen und waren in dunklen Stunden für sie da“, sagte Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback bei der feierlichen Übergabe des Bayerischen Verdienstordens an Prof. Dr. Andreas Warnke am 13. September dieses Jahres in der Würzburger Residenz. Warnke (Jahrgang 1946) leitete von 1992 bis 2012 die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) des Uniklinikums Würzburg. Laut der Laudatio prägte er die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in Unterfranken wesentlich, baute die Forschung erheblich aus und verbesserte Lehre und Nachwuchsförderung. Der Orden wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“ verliehen.

Zu den Leistungen Prof. Warnkes

Prof. Dr. Warnke war der Motor hinter vielen, in seiner Amtszeit neugeschaffenen Würzburger Versorgungseinrichtungen. Dazu zählen die Intensivstation der KJPPP, die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, die Wichern Schule für Kranke sowie die Klinik am Greinberg für behinderte Kinder und Jugendliche mit psychischer Störung.

Internationale Beachtung fanden seine Forschungen zu Legasthenie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa), Zwang und Angststörungen.

Mit großem Engagement trug der Klinikdirektor die Probleme der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen auch in die Gesellschaft und schuf dabei neue Perspektiven, Lösungswege, Netzwerke und Partnerschaften. So wirkte sein Lehrstuhl beispielsweise entscheidend an der bayerischen Gesetzgebung zum „Legasthenieerlass“ mit. Dieser legte fest, dass Kindern mit Lese- und Rechtschreibstörung ein Nachteilsausgleich gewährt werden muss.

Sein profundes Wissen gab Prof. Warnke gerne weiter – zum einen als Autor und Mitherausgeber von zentralen Lehrbüchern seines Fachbereichs, zum anderen als engagierter und mitreißender Dozent. Dabei ging es ihm in der Lehre darum, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern die Studierenden auch in einen persönlichen Kontakt mit den psychisch kranken Patienten zu bringen, um ihnen die Verpflichtung zu einem respektvollen und wertschätzenden Umgang aufzuzeigen.

Prof. Warnke suchte die Kooperation mit allen Schulformen und schulpsychologischen Diensten genauso, wie mit der Jugend- und Behindertenhilfe. Ein Ausdruck dieses Einsatzes ist die Einführung der Arzt-Lehrer-Tagung, der Tagung Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe sowie der Arbeitskreistagung Biologische Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Für Hilfen, die in den sonstigen Budgets nicht vorgesehen sind, rief der Unermüdliche den Verein Menschenskinder ins Leben, der sich bis heute für die Belange von Kindern mit psychischen Erkrankungen einsetzt.

Bildunterschrift:

 

Warnke_Bausback.jpg

Prof. Dr. Andreas Warnke (links) bei der Übergabe des Bayerischen Verdienstordens durch Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback.

Bild: Bayerische Staatskanzlei, Fotograf: Rainer Wengel






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