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DGB Kreisverband Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld: Jobcenter sollen Offensive für die Qualifizierung Alleinerziehender starten

DGB Kreisverband Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld: Jobcenter sollen Offensive für die Qualifizierung Alleinerziehender starten

Bad Kissingen/Neustadt.  Laut der Statistik der Agentur für Arbeit, Stand März 2018, waren im Landkreis Bad Kissingen 766 Menschen auf Hartz IV angewiesen, darunter 85 Alleinerziehende, die im Schnitt seltener über eine berufliche Ausbildung als andere Hartz-IV-Bezieher verfügen . 7 Alleinerziehende in Hartz IV hatten keinen Schulabschluss (8,2 %), 46 keinen Berufsabschluss (54,1 %).

Der Landkreis Rhön-Grabfeld weist ähnliche Zahlen auf: Hier gab es zum gleichen Zeitpunkt 455 Hartz IV-Empfänger. Von Ihnen waren 50 alleinerziehend: 6 Personen (12,0 %) haben die Schule nicht beendet, 28 Personen (56,0 %) waren ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Der Vorsitzende des DGB Kreisverbands Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld, Gerhard Klamet, fordert deshalb einen verstärkten Einsatz für die Qualifizierung von Alleinerziehenden durch die Jobcenter:

„Die fehlenden Abschlüsse können durch die Situation bedingt sein. Wenn das Kind oder die Kinder vor oder während einer Ausbildung geboren werden, dann ist der Abschluss nicht immer einfach. Ein Abschluss ist jedoch das A und O am Arbeitsmarkt. Arbeitslose Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung – egal, ob sie ihren Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung machen oder sich beruflich weiterbilden wollen.

Vor allem müssen die finanziellen Rahmenbedingungen während der Weiterbildung verbessert werden. Wir brauchen einen Zuschlag auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV, wenn eine Weiterbildung gemacht wird, damit sich der Abschluss der Weiterbildung mehr lohnt als ein kurzfristiger Job im Niedriglohnbereich. Das könnte politisch auch sehr schnell beschlossen werden, wenn der Zuschlag noch ins laufende Gesetzgebungsverfahren zum ‚Qualifizierungschancengesetz‘ aufgenommen wird.

Die Praxis zeigt auch, dass Teilzeit-Ausbildungen am besten geeignet sind, um berufliche Fortschritte und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Arbeitsagenturen und Jobcenter haben das erkannt, sollten dieses Instrument aber noch stärker fördern, Unternehmen sollten hierfür sich stärker öffnen.“

Auch der Ausbau der Kinderbetreuung muss weiter verbessert werden. So waren im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt im Landkreis Bad Kissingen lediglich 31 % der Kinder unter 3 Jahren in öffentlich geförderten Kindertagesstätten untergebracht, im Landkreis Rhön-Grabfeld waren es nur 35 %. Gerade für Alleinerziehende ist eine bedarfsgerechte Kindertagespflege wichtig, damit sie Berufstätigkeit und Familie tatsächlich vereinbaren können.

 






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