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Stadtbaurat Prof. Baumgart verabschiedet: Silberne Stadtplakette zum Ende einer Ära

Stadtbaurat Prof. Baumgart verabschiedet: Silberne Stadtplakette zum Ende einer Ära.

 

„In den vergangenen 24 Jahren haben Sie das Gesicht unserer Stadt
maßgeblich mitgestaltet und Ihr Einsatz für qualitätsvolles Bauen
reichte weit über Würzburg hinaus“, Oberbürgermeister Christian
Schuchardt verabschiedete am Mittwochabend im Kulturspeicher Prof.
Christian Baumgart in den Ruhestand. Alleine die Baureferenten-Termine
der aktuellen Woche wiederlegten eindrucksvoll, dass Vorurteil in
Würzburg würde nichts vorangehen. Schuchardt zählte auf: das
Preisgericht zum Hub27+, die Einweihung einer Fahrradstation, die
feierliche Übergabe Tiefkai und schließlich noch der Spatenstich am
Heidingsfelder Rathausplatz. Eine Woche könne man noch auflisten, die
24-Jahres-Bilanz im Detail würde jedoch jeden Rahmen sprengen.

In Würzburg leitete Baumgart neben dem Hoch- und Tiefbau seit 2004 auch
den nun generalsanierten Entwässerungsbetrieb. In diese lange Ära – der
Jubilar stellte selbst heraus, das er fünf Oberbürgermeistern diente und
mit zwölf unterschiedlichen Referentinnen und Referenten im Hause
zusammenarbeiten durfte – fielen unzählige Großprojekte und wichtige
Weichenstellungen. Während der FC Nürnberg in dieser Zeit 24 Trainer
verschliss – Baumgart sparte in seiner Abschiedsrede nicht mit
humorvollen Seitenhieben und bissigen Analysen – gelang es in Würzburg
in dieser Epoche viel aufzubauen und ordentliche Ergebnisse abzuliefern.
Der künftige Ruheständler orientierte sich bei seiner Bilanz an einem
Spickzettel, der ihm schon bei seinem Vorstellungsgespräch 1994 geholfen
hatte. Damals waren es noch Ziele, heute sind es Errungenschaften.
Beispielsweise bei der Öffnung der Stadt hin zum Main oder der
Attraktivierung vergessener Plätze in der Innenstadt habe man große
Fortschritte erzielen können. Die letzten Jahre sei es dann ein
besonderes Privileg gewesen als Stadtplaner mit dem Hubland ein komplett
neues Viertel aus der Taufe heben zu dürfen.

Alleine konnte Baumgart all diese Entwicklungen nicht anstoßen, der
Oberbürgermeister und die weiteren Laudatoren Prof. Wolfgang Fischer,
Vizepräsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sowie
Stadtbau-Chef Hans Sartoris beschrieben den nun Ausscheidenden aber auch
als vorbildlichen Teamplayer und großen Mediator. Baumgart selbst dankte
seinen Mitarbeitern und bezeichnete die Mitarbeiter aller Referate als
größtes Kapital der Stadtverwaltung. Eine Mitarbeiterin wurde beim
Ehrenabend besonders heraus-gestellt: Vorzimmerdame Nelly Rösch
bezeichnete Baumgart als seine wichtigste „Generalmanagerin“. Das
eingespielte Duo tritt nun auf den Tag genau gemeinsam den Ruhestand an.
Emotional und mit einem schlichten „Ich liebe euch“ hatte sich der auch
ehrenamtlich in vielen Verbänden engagierte Architekt bereits bei seiner
Familie bedankt, die ihm stets den Rücken freihielt. Mehrere Redner
gingen darauf ein, dass Bausachen gerade in Würzburg häufig sehr
emotional begleitet und diskutiert werden. Baumgart lobte die
Gesprächskultur im Stadtrat, die in Sachen Baukultur über die Jahre
gewachsen sei, für anonyme Beiträge in den sozialen Medien oder
Kommentarforen könne man diesen Trend aber leider nicht ausmachen.
Persönliche Beleidigungen auch seiner Mitarbeiter prangerte er vor
den rund 80 Ehrengästen scharf an.

Insofern kann man die hohe Auszeichnung der Stadt Würzburg, die
Silberne Stadt-plakette, vielleicht auch als ein spätes Schmerzensgeld
auffassen, in erster Linie jedoch als Anerkennung für die vielen
bleibenden Spuren. Von diesen hob Schuchardt beispielsweise die in der
Amtszeit Rosenthal wieder eingeführte Kommission für Stadtbild und
Architektur oder die unter großer Bürgerbeteiligung erarbeiteten
Integrierten Stadtentwicklungskonzepte (ISEKs) hervor, die weiterhin als
Masterpläne für die Innenstadt und weitere Quartiersentwicklungen dienen
können. Apropos Stadtteilentwicklung: große Sprünge nach vorne machten
in den Baumgart-Jahren die Zellerau oder auch der Heuchelhof im Rahmen
des Förderprogramms „Soziale Stadt“. Hier gelang es dem Referenten
gemeinsam mit dem Sozialreferat und vielen weiteren Partnern dank
staatlicher Zuschüsse begehrten Wohnraum zu schaffen und öffentliche
Flächen und Treffpunkte mit einer sehr hohen Qualität zu gestalten.

Bild „Baumgart Kulturspeicher 6“
Der Kulturspeicher spielte am Anfang und nun auch am Ende seiner
Würzburger Schaffenszeit eine zentrale Rolle: Oberbürgermeister
Christian Schuchardt, Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und Bürgermeisterin
Marion Schäfer-Blake verabschiedeten Baureferent Prof. Christian
Baumgart im mit vielen Architekturpreisen bedachten Museum im Alten
Hafen. Die Silberne Stadtplakette verlieh ihm der Würzburger Stadtrat.
Bild: Georg Wagenbrenner






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