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Würzburg: Die Unterführung am Europastern braucht neuen Halt

Die Unterführung am Europastern braucht neuen Halt.

Korrosion macht den Stützmauern des Tunnels zu schaffen

 

1970 wurde der Europastern eingeweiht. Wie andere große infrastrukturelle Verkehrsprojekte wie Mittlerer Ring, Greinbergknoten und Nordtangente fiel auch der Bau des Europasterns in die Amtszeit des damaligen Oberbürgermeisters Klaus Zeitler. Über elf Brücken (!) führt der Europastern seither sternförmig als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in die Innenstadt hinein und hinaus.

Der Bewehrungsstahl ist stellenweise durch Lochfraßkorrosion geschädigt, der Rost ist an den freiliegenden Bewehrungsstählen gut sichtbar, die Betonoberfläche ist abgeplatzt. Seit April ist die Unterführung in Richtung Grombühl und Unikliniken wegen Instandsetzungsarbeiten gesperrt.

Der Zahn der Zeit hat an den Stützmauern genagt und irgendwie scheinen die Arbeiten ein wenig der von Kieferchirurgen zu ähneln: Kaputte Stellen werden entfernt, das Skelett wieder aufgebaut, neue Implantate gesetzt und zum Schluss poliert. Bei Ingenieuren und Baufachleuten hört es sich so an: „Der Beton ist stark chloridgeschädigt“, erklärt Tiefbau-Chef Jörg Roth, „und wird zunächst mit Hilfe von Hochdruckwasserstrahlen mit einer Kraft von bis zu 2.000 bar Abschnitt für Abschnitt abgetragen. Anschließend erfolgt der Ersatz des abgetragenen und geschädigten Betons durch Spritzbeton. Um die neue Spritzbetonschale vor Rissen zu sichern, wird eine statisch ermittelte Bewehrung eingebaut.“ Der Bewehrungsstahl im Beton ist für die Aufnahme der Zugspannungen im Bauwerk verantwortlich und somit für die Standsicherheit und Tragfähigkeit erforderlich. Er ist damit Voraussetzung für die Standsicherheit eines Bauwerks. Nach dem Ersatz des Betons werden die stark geschädigten Stützmauerköpfe abgetrennt und durch neue ersetzt.

Die Arbeiten haben zur Folge, dass der Fahrzeugtunnel bis Ende Oktober komplett gesperrt ist, die Umleitung erfolgt über die Nürnberger Straße, Urlaubstraße, Schweinfurter Straße in die Josef-Schneider-Straße. Zudem müssen bis Ende Oktober Fahrspuren eingeengt werden: In der Schweinfurter Straße müssen bis etwa Mitte Oktober die Fahrspurbreiten reduziert werden, bevor die Stützmauerköpfe abgetrennt werden. Die Umfahrung der Schweinfurter Straße zur Nürnberger Straße wird bis Ende Oktober im Baustellenbereich auf eine Fahrspur reduziert. Zudem muss während der Erneuerung des Stützmauerkopfs kurzzeitig der Anschluss Urlaubstraße an die Josef-Schneider-Straße eingeengt werden (von ca. Mitte September bis ca. Mitte Oktober ) Auch die Zufahrtsrampe von der Josef-Schneider-Straße zur Schweinfurter Straße wird auf eine Fahrbahn von 3 Metern begrenzt, um Arbeitsraum für die Bauarbeiten zur Verfügung zu stellen und eine Absturzsicherung durch eine transportable Schutzeinrichtungen aufstellen zu können. Dies wird ab etwa Mitte September bis Ende Oktober der Fall sein.

Die Kosten für die Maßnahme liegen bei ca. 665.000 Euro. Die Bauzeit ist bis Ende Oktober angesetzt. Im kommenden Jahr ist die Sanierung der Grundwasserwanne in der Untertunnelung geplant. Um die Erschütterungen gerade bei Krankentransporten zur Universitätsklinik zu verringern, wird der Pflasterbelag durch einen neuen Belag aus Asphalt oder Beton ersetzt. Außerdem werden die unansehnlichen Fliesenwände einer freundlicheren Wandbeschichtung weichen. 

 

BU: Auch der Bodenbelag sieht nicht mehr neu aus, diese Sanierung folgt jedoch erst im kommenden Jahr. Dieses Jahr sind die Stützmauern der Untertunnelung am Europastern dran. Baureferent Prof. Christian Baumgart (3.v.re.) machte sich gemeinsam mit dem Leiter des Fachbereichs Bauen, Jörg Roth (2.v.li.), einen Eindruck vom Baufortschritt. Ganz links Leonhard Gehrig und ganz rechts Josef Schwab (beide FA Tiefbau, Brücken- und Ingenieurbau), Mitte: Jochen Göbel und Julian Buchberger (2.v.re.). Foto: Claudia Lother






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