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Randersackerer Straße: Erdfall dank Sensoren entdeckt – Betonplatte wird Fußweg abstützen

Würzburg – Randersackerer Straße: Erdfall dank Sensoren entdeckt – Betonplatte wird Fußweg abstützen.

 

Die unsichtbare Lebensversicherung der Randersackerer Straße liegt
in ihrem Untergrund: ein unterirdisches Messsystem mit nicht ganz
200 Sensoren, das im Jahr 2011 mit Stahlbetonplatten unter dem
Asphalt verbaut wurde. Die Sensoren messen seither die Veränderungen
in der Tiefe des Bodens und lokalisieren Erdeinbrüche, damit
schnell reagiert werden kann. 1,5 Millionen Euro hat es vor sieben
Jahren gekostet, die Straße zu stabilisieren und das Spähsystem
einzubringen. Dass der Kundschafter des Untergrundes seinen
Dienst zuverlässig erledigt, hat er bereits bewiesen: „Ein Messpunkt
im erdfallgefährdeten Bereich an der Jet-Tankstelle hat sich um 47
mm gesenkt und sackt ständig nach“, berichtet der Leitende Baudirektor
der Stadt Würzburg, Jörg Roth. Verfüllungen mit Kies reichen
nicht mehr aus und die Empfehlung des geotechnischen Beraters ist
eindeutig: Der Gehweg muss durch eine Betonplatte gesichert werden,
um die Gefährdung für die Fußgänger zu minimieren.
Für die Bemessung der Betonplatte und um den Umfang des Schadens
festzustellen, mussten zunächst Baugrunduntersuchungen und
Sondierungen wie auch statische Berechnungen durchgeführt werden.
Derzeit werden in dem Gehweg, der an der Tankstelle hinunter
zur Friedrich-Spee-Straße führt, 50 Zentimeter Boden abgetragen,
wo in der Folge die Betonplatte Halt geben soll. Die Erdfallsicherung
kostet 65.000 Euro.
Wie entstehen die Erdfälle?
Der Würzburger Stadtteil Sanderau ist nicht auf Sand, sondern auf
Gips gebaut. In Tiefen bis zu 40 Metern werden die Gipsschichten
vom Grundwasser ausgespült. Die Auswaschungen werden zunächst
von höher liegenden Schichten aufgefangen, bis diese zu groß werden.
Im Jahr 2002 brach zum ersten Mal ohne Vorwarnung ein Loch
von über sieben Metern Tiefe in einem Sanderauer Garten auf, ein
Jahr später eines im Gehweg in der Randersackerer Straße, 2006
klaffte ein Loch in Nähe der Jet-Tankstelle, 2014 entstanden neben
einem Erdloch auf privatem Gelände Risse im Boden. Würzburg ist
nicht allein mit dem Phänomen der plötzlichen Erdeinbrüche. Überall
auf der Welt entstehen Erdfälle und Bodensenkungen aufgrund der
Ausschwemmung löslicher Gesteine im Untergrund wie Kalk, Gips
oder Salz oder sie sind die Folge eines Nachstürzens künstlich geschaffener,
unterirdischer Hohlräume. Tückisch ist, dass sie sporadisch und häufig nicht

vorhersehbar auftreten. Lediglich die Sensoren im Untergrund
geben Hinweise auf Risse und Erdfälle.

 

Bild: 

Gefahr erkannt, Gefahr bald gebannt: Der Fußweg zwischen Randersackerer und
Friedrich-Spee-Straße in der Sanderau wird mit einer Betonplatte im Untergrund abgestützt
werden. Derzeit finden die dafür erforderlichen Bodenarbeiten statt. V.li: Baureferent
Prof. Christian Baumgart, Udo Stumpf, Leitender Baudirektor Jörg Roth, Johannes
Krapf.
Foto: Claudia Lother






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