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Waffenkäufer bei fingierter Übergabe durch Spezialeinsatzkommando vorläufig festgenommen

Waffenkäufer bei fingierter Übergabe durch Spezialeinsatzkommando vorläufig festgenommen

 

Auf Antrag der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime
Bayern erging bereits gestern Haftbefehl gegen einen 49-Jährigen, der versucht hat,
über das Darknet Schusswaffen und Schalldämpfer zu erwerben.
LKR. UNTERALLGÄU/BAMBERG. Nach langwierigen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion
Memmingen, weiterer Polizeibehörden und der bei der Generalstaatsanwaltschaft
Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern wurde am 21.08.2018 ein 49-jähriger
Waffeninteressent bei einer fingierten Waffenübergabe im Bereich Bad Grönenbach durch
ein Spezialeinsatzkommando der Bayerischen Polizei widerstandslos vorläufig festgenommen.
Der Beschuldigte soll sich über einige Monate im Darknet um den Kauf mehrerer illegaler
Handfeuerwaffen mit Schalldämpfer und Munition bemüht haben.
Der aus dem Bereich Augsburg stammende Deutsche hatte einen höheren vierstelligen
Bargeldbetrag bei sich. Damit wollte er nach derzeitigem Ermittlungsstand die georderten
Waffen bezahlen. Das Bargeld wurde zur Vorbereitung der Einziehung beschlagnahmt. Bei
einer anschließenden Durchsuchung der Wohnung und des Fahrzeugs des Beschuldigten
fanden die Beamten im Pkw eine Faustfeuerwaffe mit Schalldämpfer und Munition. Da der
Beschuldigte für diese Waffe keine Erlaubnis hatte, wurde sie sichergestellt.
Die weiteren Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Der nicht vorbestrafte ITAngestellte
hat sich zu den Tatvorwürfen geäußert. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen jedoch
keine Hinweise auf mit den bestellten Waffen geplante weitere Straftaten vor. Auf Anordnung
der Zentralstelle Cybercrime Bayern wurde der Beschuldigte am 22.08.2018 dem Ermittlungsrichter
am Amtsgericht Bamberg vorgeführt. Dieser erließ gegen den Beschuldigten
einen Untersuchungshaftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr. Der Beschuldigte befindet sich
seitdem in einer Justizvollzugsanstalt. Ihm liegen Verstöße gegen das Waffengesetz zur
Last. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor.
Dieses herausgehobene Ermittlungsverfahren zeigt, dass auch das Darknet kein rechtsfreier
Raum ist, in dem illegale Aktivitäten vor den Ermittlungsbehörden auf Dauer verborgen bleiben.

Die Spezialisten zur Bekämpfung der Cyberkriminalität arbeiten mit allen zur Verfügung
stehenden rechtsstaatlichen Mitteln gemeinsam daran, die dahinter stehenden Tatverdächtigen
aus ihrer Anonymität im Netz herauszufiltern. Nur durch eine akribische Ermittlungsund
eine sehr enge Zusammenarbeit war es im Ergebnis in diesem Fall möglich, die Verbreitung
von illegalen Schusswaffen über Cyberangebote zu verhindern.
Weitere Angaben können aus ermittlungstaktischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht
gemacht werden.

 

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle
Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung
herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit
mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei z.B. bei Angriffen
auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten
Cyberkriminalität. Auch dann, wenn ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer-
und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle
tätig.

 

Bild: Generalstaatsanwaltschaft Bamberg






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