Im „Forscherinnen-Camp“ an der eigenen Zukunft forschen

Im „Forscherinnen-Camp“ an der eigenen Zukunft forschen

Schülerinnen nehmen bei ZF und an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt einen Kupplungsausrücker unter die Lupe

Würzburg/Schweinfurt, 10.08.2018: An technischen Problemen tüfteln, bis man zu einer Lösung kommt – programmieren, analysieren. Kurz: Einfach mal selbst ausprobieren – ein gutes Gefühl. Eines, das zehn Schülerinnen aus ganz Bayern im Forscherinnen-Camp der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0 beim Automobilzulieferer ZF und an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt in dieser Woche erlebt haben. Heute haben sie ihre Ergebnisse Eltern und Ehrengästen präsentiert.

Der Forscherauftrag für die 15- bis 18-jährigen Projektteilnehmerinnen war so gestrickt, dass sie sich mit den Grundlagen eines Ausrückers auseinandersetzen und die Montage übernehmen sollten. Bei einem sogenannten Ausrücker handelt es sich um das Teil der Kupplung, das benötigt wird, um anzufahren und Gänge einzulegen. Außerdem haben sie eine Risikoanalyse erstellt, das Patentwesen kennengelernt und ein Hochspannungslabor besucht. Hilfe bekamen sie bei diesen Aufgaben von Dozenten und Dozentinnen, Studierenden der Hochschule sowie Ingenieurinnen des Unternehmens. Im Camp unter der Trägerschaft des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) erhalten die Mädchen einen realistischen Einblick in den Berufsalltag einer Ingenieurin. Ganz nebenbei geht es auch um andere Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, wie kreatives Denken, Präsentationskompetenz und Teamfähigkeit.

Anlässlich des Camps sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände bayme vbm, die das Camp ideell und finanziell fördern: „Damit unsere bayerischen Unternehmen innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie hochqualifizierte Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik und IT. Wir möchten junge Frauen für diese Berufe begeistern und so wertvolles Potenzial ausschöpfen. In den Forscherinnen-Camps soll ihr Interesse für technische Berufe geweckt werden. Vielfältige Tätigkeiten, sehr gute Verdienstmöglichkeiten sowie sehr gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen für eine Karriere von Frauen in den bayerischen M+E-Unternehmen.“ Am gleichen Strang zieht auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie: Es fördert das Forscherinnen-Camp seit Jahren.

Wie sehr die Camps bei der beruflichen Orientierung helfen, zeigt eine Studie des bbw. Rund 75 Prozent der Teilnehmerinnen wollen nach dem Camp-Besuch ein technisches oder naturwissen­schaftliches Studium beginnen. Das Forscherinnen-Camp richtet sich gezielt an junge Frauen: Die Zeit typischer Männerberufe ist vorbei, Erfolg im technischen Beruf hängt von der Einstellung und Begeisterung ab – nicht vom Geschlecht. Doch noch immer ist der Frauenanteil in der Metall- und Elektro-Industrie gering, nur jeder vierte Arbeitnehmer in Bayern ist weiblich. Die Forscherinnen-Camps sind 2007 gestartet. In diesem Jahr beteiligen sich acht Unternehmen und ebenso viele Hochschulen. Die Camps sind, bis auf die Kosten für An- und Abreise, kostenfrei. Weitere Informationen gibt es unter www.tezba.de oderfacebook.com/technikzukunftinbayern4.0.

ZITATE VON TEILNEHMERINNEN:

Pia, 16, Obergünzburg:

„Mir hat das Camp sehr gut gefallen. Wir durften dort viele verschiedene Sachen machen und ausprobieren. Ich fand das sehr interessant und könnte mir schon vorstellen., dass es vielleicht etwas mit mir in der Zukunft zu tun haben könnte.“

 

Laura, 15, Hambach,

„Also mir hat die Woche im Forscherinnen-Camp sehr gut gefallen, da wir viele Einblicke in die verschiedenen Ingenieurberufe bekommen haben. Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen als Ingenieurin zu arbeiten, da mich dieser Berufe eben interessiert.“

 

FOTOS:

Am Mikroskop – Nadine Guttknecht, bbw e. V.

An der Blechpresse – Klaus Kürzinger, bbw e. V.