-Offene, lebendige Lehrkonzepte: Studierende und Professoren tragen gemeinsam zu mehr Wissen bei

Offene, lebendige Lehrkonzepte: Studierende und Professoren tragen gemeinsam zu mehr Wissen bei

Mehr Interaktion, Wertschätzung und Konzentration in den
Lehrveranstaltungen durch eigene studentische Beiträge

 

Das Konzept eines Frontalvortrags, bei dem Studierende
ausschließlich von Professoren lernen sollen, ist deutlich um
weitere Didaktik-Ansätze erweitert worden: Heutzutage erwerben
junge Akademiker gemeinsam mit ihren Dozenten Wissen auf
interaktive Art und Weise. Ein Beispiel, wie dieser Prozess
aussehen kann, zeigte Dr. Marcus Schulz, Professor der Fakultät
Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule WürzburgSchweinfurt,
auf.
Im Rahmen eines Marketingkurses wurden Werbestrategien von
Barbecue-Kocherproduzenten diskutiert. Am Beispiel eines
bekannten Grill-Produzenten wurde über deren ContentMarketing
diskutiert: Es sei nicht in erster Linie das Produkt, auf
das sich das Unternehmen konzentriere, es seien die BBQErlebnisse,
die sich aus Menschen zusammensetzten, die Freude
am Grillen und Gesellschaft haben. Das Produkt selbst trete eher
in den Hintergrund, werde sekundär und verkaufe sich als Teil der
Gefühlswelt und der kollektiv geteilten Erfahrungen.
Im Anschluss an diese Diskussion trug einer der Studierenden aus
den Vereinigten Staaten, Rob Glatchak, zu der Diskussion bei,
indem er einen sogenannten BBQ-Raucher vorstellte, der recht
neu auf dem Markt sei, aus einem kleinen Familienunternehmen
stamme und dessen Marketingideen ihn überzeugt hätten. Der
Professor nahm diese Idee mit nach Hause, kaufte sich einen
solchen Raucher, war von den Grillergebnissen überzeugt und
analysierte daraufhin deren Unternehmens-Website. In der
anschließenden Lehrveranstaltung präsentierte der Professor den
Studierenden die Marketingelemente beispielsweise des ContentMarketing,
die Vertriebsstrategien, das Storytelling sowie das
Beziehungsmarketing. Diese Art des gemeinsamen Erstellens von
Wissen habe, so Schulz, klare Vorteile: Der vielleicht größte
Vorzug sei die Möglichkeit, dass der Referent von den
vorhandenen Kenntnissen und Ideen der Studierenden profitieren
könne. Zudem seien die jungen Wissenschaftler an der
Hochschule am Wissenstransfer beteiligt, dies trage zu mehr
Interaktion, Wertschätzung und Konzentration im Unterricht bei.

 

Bild oben: Der amerikanische Student Rob Glatchak gab den weiteren Studierenden
Hintergrund-Informationen über einen sogenannten Barbecue-Raucher. (Foto
FHWS / Schulz)