-Schonungen: Spatenstich für ein großes Klimaschutzprojekt

Das Foto zeigt von links: Christian Rossmann (Bauleiter Hoßfeld & Fischer), Katja Wolz (Kita Leitung Schonungen), Peter Seifert  stellv. Landrat, Hans-Ullrich Hoßfeld (Chef Hoßfeld & Fischer), Andre Merz (3. BGM Gmd. Schonungen), Björn Gerling (Geschäftsführer Firma Greb Haustechnik GmbH), Stefan Rottmann (1.BGM Gmd. Schonungen), Jürgen Geist (2. BGM Gmd. Schonungen), Thomas Vizl (Geschäftsführer ORF und VIZL INGENIEURBÜRO GmbH & Co. KG), Rainer Krapf (Geschäftsleitung KRAPF ELECTRIC GmbH & Co. KG), Holger Philipp (Architekturbüro Philipp), Sebastian Heurich (Bauamtsleiter), Harald Werb (Ingenieurbüro Werb) und Lutz Brückner (techn. Angestellter Gmd. Schonungen)

 

 

Neubau der Energiezentrale am Schulzentrum

 

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle gibt es sicherlich bessere Zeitpunkte für den Spatenstich einer neuen Heizzentrale. Andererseits ist es doch gerade der spürbar gewordene Klimawandel und die aktuelle Unsicherheit auf den Weltmärkten und damit das Risiko, das fossile Energieträger wie Gas und Öl durch Zölle und Spekulation weiter steigen könnten, die für das ehrgeizige Projekt sprechen.

 

Und so entsteht auf dem Gelände des Schulzentrums eine Heizung so groß wie ein Einfamilienhaus. Oder doch besser gesagt eine Energiezentrale, die künftig Schwimmbad, Turnhalle, Realschule, Grundschule, Hausmeisterhaus, Kinderkrippe- und Kindertagesstätte mit Wärme versorgen soll.

 

Modern, effizient und umweltverträglich wird mit der hoch komplexen Energiezentrale Wärme produziert. Herzstück sind zwei Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von je 150 Kilowatt. Das gemeindeeigene Holz soll über einen Dienstleister getrocknet, aufbereitet und zur Wärmegewinnung verfeuert werden. Dabei handelt es sich um eine Hackschnitzelkesselanlage mit automatischer Rotationsfeuerung von trockenen bis feuchten Holzbrennstoffen. Die Brennstoffentnahme erfolgt über zwei Bodenrührwerke innerhalb des Hackgutbunkers mit waagerechter Federkernaustragung. Gerade durch den Betrieb mit Hackschnitzel, gelingt es der Großgemeinde, sich weitestgehend von fossilen Energieträgern loszulösen, schließlich zählt Schonungen zu den waldreichsten Kommunen der Region.

Der bestehende Gaskessel des Schulzentrums wird in die Heizzentrale versetzt, ebenso zwei Mini-Blockheizkraftwerke, die um eine zusätzliche Anlage erweitert wird. Damit wird gleichzeitig auch Strom produziert, der direkt vor Ort verbraucht werden kann. Etwa 140 Meter beträgt die Länge des künftigen Nahwärmenetzes, dass an eine Übergabestation andockt. Die Energiezentrale ist mit neuester Informationstechnik ausgestattet: Die komplette Gebäudeautomation zur Steuerung und Regelung der Anlagentechnik erfolgt über ein Farb-Touch-Bediengerät mit systematischer Darstellung der Hydraulik. Markanter Bestandteil der Energiezentrale sind vier 10 Meter hohe Edelstahl-Abgas-Kaminanlagen. Dank modernster Aufbereitungs- und Filtertechnik, gelangen kaum Immissionen in die Umwelt. Mit der neuen Energiezentrale wird im Vergleich zur hiesigen Heizung eine CO2-Einsparung von rund 190 Tonnen/Jahr erreicht. Überalterte Gebäudetechnik im Technikraum des Schulzentrums wird zurückgebaut und geordnete Verhältnisse geschaffen. Durch die Installation verschiedenster Anlagetypen wird eine hohe Effizienz erreicht, was sich vor allem auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage niederschlägt. So gehört das Schulzentrum zu den mit Abstand größten Energieverbrauchern im Großgemeindegebiet. Die künftige Wärmezentrale am Galgenberg wird bis unter das Dach mit innovativer und zukunftsweisender Heiztechnik ausgestattet sein, sodass sich vor allem durch den hohen Förderbetrag eine wirtschaftliche Amortisation bereits nach wenigen Jahren einstellt.

 

Gleich daneben entsteht weitestgehend unterirdisch ein Baukörper von 15 Meter auf 12 Meter, der das Herzstück der Energiezentrale bildet, lediglich vier markante Edelstahlkamine deuten auf die Heizzentrale hin. Zusammen mit dem Nahwärmenetz werden insgesamt etwa 1,7 Mio. Euro investiert. Die Gemeinde rechnet mit Zuschüssen über 816.400 Euro über das so genannte Kommunalinvestitionsprogramm. Im Rahmen eines symbolischen Spatenstichs wurde nun der Startschuss des Großprojekts gefeiert. Planer, direkte Anrainer und künftige Wärmeabnehmer stießen auf das Gelingen des Projekts an.

 

(Fotos Sigrid Herder)