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Antrag von Bündnis 90 Grüne an den Stadtrat: Verringerung von Plastikmüll

Antrag an die Stadtverwaltung: Verringerung von Plastikmüll

Schweinfurt, den 23.7.2018

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Remelé,

wir beantragen, die Belastung durch Plastikmüll in Schweinfurt dadurch zu verringern, dass Schweinfurt
Einmalverpackungen für „To-go-Getränke“ (z.B. Coffee-to-go-Becher) möglichst vollständig durch
Mehrwegbecher mit Pfand ersetzt (nach dem Vorbild „Hannoccino“ in Hannover).

 Zitat aus „Städtetag aktuell 6/2018“: Hannover: „Green Tech Award“ für MehrwegbecherPfandsystem
– Das Projekt „Hannoccino“ erhält eine Auszeichnung […]. Über 50.000 Becher,
150 Wechselstuben und 60 teilnehmende Betriebe – das nachhaltige kommunale Pfandsystem
für „To-go-Getränke“ hat sich in Hannover etabliert. Es ist damit das bundesweit größte
kommunale Mehrwegbecher-Pfandsystem bundesweit. Das überzeugte auch die Jury des
internationalen Umweltpreises „Green Tech Awards“. Der rote Hannoccino-Becher ist aus
überwiegend biologischen Bestandteilen und in schickem Design mit Hannover-Silhouette. Der
wiederverwertbare Kaffeebecher kann an immer mehr Orten in der Stadt erworben und auch
wieder abgegeben werden – für zwei Euro Pfand. Hinter Hannoccino stehen die Stadt Hannover
und der kommunale Entsorger Abfallwirtschaft Region Hannover.
Im Internet-Auftritt http://hannoccino.de/ wird ausgeführt:
In Deutschland werden pro Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht. Mit Hannoccino sagen wir
den Einwegverpackungen den Kampf an: Ein wiederverwertbarer Becher in schickem Design.
Hygienisch, geschmacksneutral und an immer mehr Orten der Stadt zu haben – für 2 Euro Pfand.

 natürlich: Der Hannoccino-Becher besteht weitestgehend aus Biobestandteilen. Der Mehrwegbecher
ist dementsprechend biologisch abbaubar und löst die Einwegbecher ab.
 sicher: Der Becher besteht überwiegend aus Biopolymeren, Naturharzen, Cellulose und
natürlichen Verstärkungsfasern. Er ist lebensmittelecht und spülmaschinengeeignet.
 hygienisch: Der Hannoccino-Becher garantiert höchste Hygienestandards. Jeder Mehrwegbecher
wird gründlich ausgewaschen, bevor er wieder in den Verkehr kommt.
 durchdacht: Heißes bleibt im Mehrwegbecher lange heiß und trotzdem lässt es sich ganz
bequem transportieren. Der Hannoccino-Becher macht es möglich.
 sauber: Jeder Becher lässt sich rund einhundert Mal abwaschen und spart so um die hundert
Einwegverpackungen auf einmal. Ein gigantischer Müllberg, der gar nicht erst entsteht.
 praktisch: Unser Becher lässt sich platzsparend stapeln und ist hochstabil. Hannoccino ist
bruch-, kratz- und stoßfest und zudem geschmacks- und geruchsneutral.

Wenn dies positive Pfandbecher-Angebot in Schweinfurt nicht ausreicht, dann wäre zu prüfen, ob die
Stadt zusätzlich ein kommunales Pflicht-Pfand für Einmal-Geschirr einführen kann (vgl. Begründung).
Hinter dem Projekt „Hannoccino“ steht die Region Hannover. Dementsprechend sollte der Landkreis
Schweinfurt von vornherein eingeladen werden, sich an dem Projekt zu beteiligen.
Begründung:
Es ist unbestritten, dass der Anfall von Plastikmüll rasch und drastisch verringert werden muss –
weltweit, aber wegen erhöhtem Anfall besonders in den westlichen Industrieländern, sprich: bei uns.
Diese Dringlichkeit führte schon zu Maßnahmen auf höherer politischer Ebene: China hat die Einfuhr
von Plastikmüll gestoppt. Die EU arbeitet an einem Verbot für Einweggeschirr aus Plastik; vergleiche
den Artikel

 https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-05/nachhaltigkeit-eu-plastik-umweltschutz-verbot-alternativen

EU will Einweggeschirr aus Plastik verbieten
Plastikhalme, -teller oder -stäbchen sollen vom Markt verschwinden, sofern sie sich umweltfreundlich ersetzen
lassen. Die EU-Kommission will so das Müllproblem bekämpfen.
28. Mai 2018, 13:26 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tst
Geht es nach der Kommission der Europäischen Union (EU), gibt es demnächst kein Wegwerfgeschirr aus
Plastik mehr. Mit einem Verbot vieler Einwegprodukte aus Plastik und einer Recyclingquote für Plastikflaschen
will die Brüsseler Behörde hauptsächlich das Müllproblem in den Meeren reduzieren, denn dort endet ein großer
Teil des Plastikmülls aus Industrieländern.
80 Prozent des Mülls in den Weltmeeren bestehen nach Angaben der Kommission aus Plastik – also Material,
das sich nur sehr langsam zersetzt und später in Form von Mikropartikeln in den Nahrungskreislauf
zurückgelangen kann. Allein in der EU entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr 26 Millionen
Tonnen Plastikmüll, von denen weniger als 30 Prozent zur Wiederverwertung gesammelt werden. Schon im
Januar forderte sie deshalb in einer von ihr verfassten Strategie, dass bis 2030 alle Kunststoffe wiederverwertbar
sein sollen.
Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, präsentierte nun ein Maßnahmenpaket, zu dem ein
Verbot unter anderem von Plastikgeschirr und -besteck, Strohhalmen, Halterungen für Luftballons und Stäbchen
zum Umrühren von Getränken gehört. Außerdem sollen die Mitgliedsstaaten die Auflage bekommen, bis 2025
Einwegplastikflaschen zu 90 Prozent zu recyceln. Das sei ein erreichbares Ziel, sagte Timmermans. Vorbild ist
hier das Einwegpfand, wie es 2003 in Deutschland eingeführt wurde.
Das Verbot soll nur für Produkte gelten, die einfach und kostengünstig aus anderen Materialien hergestellt
werden können, sagte der Vizepräsident. Für alle anderen – etwa Behälter für Getränke und Essen zum
Mitnehmen – will die EU-Behörde Reduktionsziele formulieren, wie aus der Strategie hervorgeht.
Sie fallen unter die Kategorie Produkte, die nicht verboten, aber zurückgedrängt werden sollen, neben
Verpackungen für Fast Food auch Gummiluftballons, Getränkeverpackungen und Deckel. Letztere sollen künftig
so konstruiert werden, dass sie an Einwegflaschen oder -trinkbechern befestigt sind. Hersteller anderer
Plastikprodukte wie etwa Chipstüten oder Zigarettenfilter sollen für Infokampagnen zahlen. Zudem sollen
Produkte wie Luftballons künftig mit auffälligen Warnhinweisen versehen werden, die die Verbraucher über die
Umweltrisiken und die richtige Entsorgung aufklären.

Plastikmüll – Wie es mit weniger Plastik gehen kann: Die Europäische Kommission will Rührstäbchen,
Strohhalme und Ballonhalter verbieten. Alternativen gibt es, doch die sind nicht immer günstig.
Grundsätzlich will die Kommission die Nachhaltigkeit von Einwegprodukten verbessern, wie Timmermans sagte.
Er forderte die Mitgliedsstaaten auf, gemeinsam zu handeln, um das Problem anzugehen. „Das ist ein Rennen
zum Gipfel“, sagte er. Es gelte, die besten Ideen umzusetzen. Timmermans versuchte aber auch, den Bürgern
die Angst vor Einschränkungen zu nehmen. „Sie können weiter Picknicks organisieren“, sagte er seinen
Zuhörern.
Bereits alternative Materialien verfügbar
Plastikstrohhalme sind für Umweltschützer weltweit das Symbol für unnötigen Einmalkonsum. Verlässliche Daten
gibt es zwar nicht, aber die in Brüssel ansässige Umweltschutzdachorganisation Seas at Risk schätzt den
jährlichen Verbrauch in den 28 EU-Ländern auf Grundlage von Handels- und Abfallstatistiken auf 36,4 Milliarden
Halme. Rechnerisch nutzt demnach jeder der etwa 512 Millionen EU-Bürger also 71 Stück pro Jahr.
Verbraucher können bereits heute auf alternative Materialien ausweichen. So gibt es kompostierbare Becher und
Besteck aus Holz und anderen kompostierbaren Materialien. Zudem arbeiten Hersteller an Alternativen für
vielleicht einmal verbotene Produkte, auch für Trinkhalme. So kündigte im April Tetra Pak die Umstellung auf
Papiertrinkhalme bis zum Jahresende an – dabei geht es um die Röhrchen für Saft- oder Milchpackungen, mit
denen man den Inhalt heraussaugen kann. Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass die EU beim Thema
Plastikmüll Nachholbedarf hat. So ist etwa Ruanda bereits weiter.
Die ersten Reaktionen aus der Wirtschaft auf den EU-Plan sind positiv. Die vorgelegte Richtlinie ist allerdings
zunächst nur ein Vorschlag. Damit sie wirksam wird, muss die EU-Richtlinie nun vom EU-Parlament und vom
Europäischen Rat angenommen werden.

Kostendeckung:
Die nötigen Mittel zur Anschub-Förderung sind in den nächsten Haushalt einzustellen. Auf Dauer trägt
sich das Projekt selbst.
Bei der Kostenbetrachtung ist zu bedenken, dass verminderter Anfall von Plastikmüll nicht nur
ökologisch nötig ist, sondern auch auf Dauer die Kosten von Stadtreinigung und Müllentsorgung
vermindert.

Mit freundlichen Grüßen
Ayfer Rethschulte ,   Dr. Reginhard von Hirschhausen ,  Dr. Thomas Schmitt






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