Wenn Zahnbürste und Zähneputzen nicht mehr zusammen finden

 

 

 

 

 

Gebannte Zuhörer beim Vortragsabend in Bad Brückenau „Demenz –
annehmen und verstehen“
Zuerst sah es so aus, als müssten noch nachträglich Stühle in die
Cafeteria der Capio-Franz-von-Prümmer-Klinik gebracht werden. Aber
dann reichten die knapp über 40 Plätze doch aus, um allen interessierten
Besuchern des Vortrages an diesem heißen Mittwochabend eine
Sitzgelegenheit zu bieten.
In der Zusammensetzung des Publikums zeigte sich auch, wie viele
Menschen vom Thema Demenz betroffen sind: So waren sowohl
Pflegekräfte, als auch Angehörige gekommen aber auch eine
Ordensfrau. Im Vortrag ging es neben dem demographischen Wandel
und den damit zusammenhängenden Ursachen für die Krankheit auch
um die Frage, was macht eine Demenzerkrankung mit den Betroffenen
auf der einen und mit den pflegenden Angehörigen auf der anderen
Seite. Der Referent, der selbst auch Heimleiter ist, erklärte die
Veränderungen bei den Erkrankten und zeigte im gleichen Atemzug die
dazu passenden Verhaltensweisen seitens der Pflegenden auf. Wenn
aufgrund der nachlassenden geistigen Leistungsfähigkeit zum Beispiel
eine erkrankte Person den Gegenstand Zahnbürste nicht mehr mit der
Tätigkeit Zähneputzen zusammenbringen kann, dann ist es nicht
verwunderlich, dass mit der Zahnbürste dann vielleicht die Haare
gekämmt werden. Eine Herausforderung für die Pflegenden, denn das
Zähneputzen geht dann nicht mehr auf Zuruf und von alleine.
Wichtiger Punkt war auch die Achtsamkeit der Pflegenden gegenüber
sich selbst: „Was haben Sie gewonnen, wenn Sie selbst pflegebedürftig
werden oder ins Burnout rutschen, weil Sie ans Limit gehen. Nur wenn
es den Pflegenden gut geht, kann es auch den Erkrankten gut gehen“,
erklärte Mathias Matlachowski und stellte deshalb auch die
Unterstützungsmöglichkeiten rund um die Pflegesituation vor. Er gab zu
bedenken, dass es bei einer Demenzerkrankung keine Heilung gibt. Es
gibt Therapiemöglichkeiten, aber auf lange Sicht wird sich der Zustand
verschlechtern. Daher sei es notwendig, so zeitig wie möglich
um Unterstützung zu bitten. „Bauen Sie Hilfsangebote in den Pflegebzw.
Betreuungsalltag so früh wie möglich ein“, ermutigte der Referent
seine

Terminhinweise.
Zu hören ist Matthias Matlachowski von der Alzheimergesellschaft wieder
am 14.11.2018 in Pfarrscheune in Maßbach um 18.30 Uhr. Davor hält
zum gleichen Thema „Demenz – annehmen und verstehen“ Monika Dürr
von der Fachstelle für Pflegende Angehörige in Münnerstadt den Vortrag
am 17.10.2018 um 18.30 Uhr in der Markthalle in Hammelburg.
Außerdem hat das Netzwerk anlässlich des Weltalzheimertages die
Autorin und Journalistin Margot Unbescheid („Alzheimer – Das erste Hilfe
Buch“) zu einem Vortrag zum Thema In Liebe und Wut: wahre
Superhelden geben nie auf! eingeladen, am 26.09.2018 um 19.00
Uhr im Großen Kursaal Bad Bocklet. Und am 22.10.2018 gastiert das
Theaterstück „Du bist meine Mutter“ um 18.00 Uhr in der GeorgiKurhalle
in Bad Brückenau.